Pontiac Silverdome – früher Mega-Arena, heute Ruine

Das vergessene WM-Stadion von Detroit

Früher wurden im Pontiac Silverdome Zuschauerrekorde aufgestellt, Sportstars und Giganten des Rock traten hier auf – und bei der Fußball-WM 1994 war das Stadion Austragungsort von vier Spielen. Heute jedoch ist es der Pontiac Silverdome Symbol des Niedergangs einer ganzen Region, eine vollkommen verfallene Ruine. Das endgültige Ende ist bereits absehbar.

Als 1994 der spätere Fußball-Weltmeister Brasilien im Pontiac Silverdome gegen Schweden spielte, jubelten mehr als 77.000 Zuschauer ihren Helden zu. Es schien nur eine weitere von vielen Sternstunden in der Geschichte des berühmten Stadions nahe Detroit zu sein.

Denn seit seiner Eröffnung 1975 hatte der Silverdome in der Stadt Pontiac, rund 45 Kilometer von Detroit entfernt, viel gesehen: Im ersten Jahr spielten hier die Rock-Giganten von The Who vor 75.962 Zuschauern und stellten damit einen Weltrekord auf, der dann nur zwei Jahre später von der Band Led Zeppelin an selber Stelle überboten wurde – diesmal feierten 76.229 Fans zu „Stairway to Heaven“.

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Wo einst Rockstars Shows gaben und bedeutende Sportevents stattfanden, ist mittlerweile nur noch eine Ruine

Foto: dpa picture alliance

2007 schloss der Pontiac Silverdome erstmals seine Pforten

Auch „King“ Elvis Presly trat hier auf, genauso wie Papst Johannes Paul II., der im Jahr 1987 90.000 Gläubige anzog. Weltberühmte Sportevents wie das Wrestling-Megaevent „Wrestlemania“ fanden hier statt, ebenso wie Heimspiele des Football-Teams Detroit Lions oder Basketball-Matches der Detroit Pistons. Doch dann kam plötzlich und unerwartet das Ende – 2002, um genauer zu sein. In diesem Jahr verlagerten die Detroit Lions ihre Spielstätte gemäß ihrem Namen ins nahe gelegene Detroit, wie unter anderem die „Daily Mail“ berichtet.

In seiner Blütezeit fasste der Pontiac Silverdome etwa 80.000 Zuschauer und mehr, und sogar Papst Johannes Paul II. trat hier einst auf. Das Bild zeigt Zuschauer bei der Fußball-Weltmeisterschaft 1994.

Foto: dpa picture alliance

Das Stadion, damit um seinen Hauptnutzer gebracht und nicht mehr profitabel, verwaiste im Laufe der Jahre zusehends, bis es 2007 erstmals seine Pforten schloss.

2009 dann wurde der Pontiac Silverdome, der laut „Die Welt“ einst 55,7 Millionen Dollar (umgerechnet rund 50 Millionen Euro) gekostet hatte, für gerade einmal 583.000 Dollar (523.000 Euro) an den griechisch-kanadischen Geschäftsmann Andreas Apostolopoulos verkauft. Dieser wollte das Stadion wieder zu altem Glanz verhelfen, 2010 eröffnete er dann mit einem Monster-Truck-Rennen neu – doch ohne Erfolg: Die Zuschauer blieben aus.

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Die Krise von Detroit und Umgebung

Zu diesem Zeitpunkt litt die gesamte Region und die einstige Auto-Weltstadt Detroit an den Folgen des Bankrotts von General Motors. Die Stadt, die schon in den Jahren zuvor zusehends mit wirtschaftlichen Problemen zu kämpfen hatte, erlebte einen weiteren Rückschlag. Laut einer Studie, die „Die Welt“ zitiert, waren damals schon 35 Prozent des Stadtgebietes unbewohnt. Somit schlug auch der Plan, ein professionelles Fußballteam hier anzusiedeln, fehl. In den folgenden Jahren sorgten teils heftige Stürme für weitere Zerstörung; Teile des Daches stürzten ein, und auch der Rest des Stadions verfiel immer mehr.

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Der Niedergang einer Legende: Zwischenzeitlich eroberte sich die Natur das Gelände zurück. Vom Kunstrasen ist mittlerweile fast nichts mehr übrig.

Foto: dpa picture alliance

Laut „Detroit Metro Times“ könnte der Pontiac Silverdome nun sogar ganz abgerissen werden, wie ein Bericht vom letzten Herbst nahelegt. Demnach sei das gut 51 Hektar große Grundstück für den Eigentümer ohne den Silverdome attraktiver – angedacht seien sowohl eine mögliche Nutzung durch die Industrie oder den Handel, aber auch als Wohnfläche. Zuvor soll der Besitzer jedoch noch verzweifelt versucht haben, das Grundstück für 30 Millionen Dollar (knapp 27 Millionen Euro) zu verkaufen.

Das Bürgermeisteramt von Pontiac äußerte sich trotz mehrfacher Nachfrage von TRAVELBOOK nicht zum Schicksal des legendären Stadions. Fest steht: Es wäre das letzte Kapitel in der mittlerweile mehr als 40-jährigen Geschichte des Pontiac Silverdome – und zweifellos das traurigste.

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