Corona-Neuinfektionen auf Rekordniveau

Bundesregierung appelliert an Bürger, wegen Corona nicht zu verreisen

Kanzlerin Angela Merkel und Gesundheitsminister Jens Spahn (beide CDU)
Kanzlerin Angela Merkel und Gesundheitsminister Jens Spahn (beide CDU) appellierten am Mittwoch an die Bürger, vorerst nicht zu verreisen (Archivfoto)
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Angesichts einer Rekordzahl an neuen Corona-Fällen ruft die Bundesregierung die Deutschen eindringlich zu mehr Disziplin und Vorsicht auf. Unter anderem appellierte sie an die Bürger, nicht notwendige Reisen zu vermeiden.

Am Mittwochabend haben sich Bund und Länder nach achtstündigen Verhandlungen auf neue Einschränkungen geeinigt. Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und die 16 Ministerpräsidenten beschlossen im Kanzleramt Kontaktbegrenzungen für alle Regionen, in denen die Zahl der Corona-Neuinfektionen über 50 Fälle pro 100.000 Einwohner in einer Woche hinausschießt. Schon bei einer Zahl ab 35 Fällen sollen erste Maßnahmen greifen.

Auf einen einheitlichen Kurs beim umstrittenen Beherbergungsverbot konnten sich die Beteiligten nicht einigen, am 8. November soll das Thema neu verhandelt werden. Bundeskanzlerin Angela Merkel forderte die Bürger auf, auf nicht erforderliche innerdeutsche Reisen in Gebiete und aus Gebieten mit hohen Corona-Infektionszahlen zu verzichten.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) betonte im Deutschlandfunk am Donnerstagmorgen erneut, dass nicht notwendige Reisen vermieden werden sollten. Das sei eine „dringliche Empfehlung“, so Spahn. „Wenn wir gemeinsam aufeinander achtgeben“, dann seien auch keine weiteren Maßnahmen nötig. Den Bürgern müsse klar sein, dass sie heute entscheiden, ob Weihnachten in gewohnter Form stattfinden könne. Spahn forderte insbesondere auch mehr Achtsamkeit bei privaten Feiern, bei denen es zuletzt vermehrte Ansteckungen gegeben habe.

„Jetzt ist nicht die Zeit für Reisen“

Kanzleramtschef Helge Braun (CDU) bezeichnete in der ARD die am Mittwoch getroffenen Vereinbarungen als wichtigen Schritt. „Aber sie werden nicht ausreichen“, unterstrich er. Die Deutschen müssten „sehr viel vorsichtiger“ werden. Im Grunde müssten nun alle Kontakte halbiert werden, um die Pandemie einzudämmen. „Im Grundsatz ist eigentlich, was wir sagen müssten: Bleiben Sie zu Hause – so wie wir es im März/April hatten. Jetzt ist nicht die Zeit für Reisen“, sagte Braun.

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Das Robert-Koch-Institut (RKI) meldete am Donnerstag 6638 neue Positiv-Tests. Die Zahl ist so hoch wie noch nie seit dem Ausbruch der Pandemie. Bislang wurde der höchste Wert mit 6294 Fällen am 28. März erfasst. Zugleich starben 33 Menschen, die positiv auf Corona getestet wurden. Damit stieg die Zahl der Todesfälle auf insgesamt 9.710.