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1,1 Milliarden Euro

3. Corona-Rettungspaket! Bundesregierung beteiligt sich bei Tui

Tui
Der Reiseveranstalter Tui bekommt erneut Hilfe vom StaatFoto: Getty Images

Nach dem Einstieg bei der Lufthansa beteiligt sich die Bundesregierung auch beim Reisekonzern Tui. Der deutsch-britische Tourismus-Riese erklärte am Mittwoch (2. Dezember), er habe sich mit privaten Investoren, Banken und dem Bund auf ein Finanzierungspaket über 1,8 Milliarden Euro geeinigt.

Das Paket setzt sich zusammen aus stillen Einlagen des Bundes (WSF), einer weiteren Kreditlinie der Staatsbank KfW, Garantien und einer Kapitalerhöhung, die die bestehenden Aktionäre zeichnen können. „Mit den Maßnahmen sichert der Konzern die Liquidität für eine weiter anhaltende Pandemie in 2021“, sagte Tui-Chef Fritz Joussen. Die Hilfen schafften Sicherheit, den Konzern strategisch und strukturell auf die Zeit nach der Coronakrise vorzubereiten. An der Börse kam das Finanzpaket allerdings nicht gut an. Die Tui-Aktie verlor mehr als sechs Prozent.

Die Pandemie mit ihren Einschränkungen und Reisewarnungen trifft das Unternehmen hart. Der Staat stützt den Konzern aus Hannover bereits mit drei Milliarden Euro. Allerdings hat sich der Reise- und Flugverkehr nach dem ersten Lockdown im Frühjahr bei weitem nicht so stark erholt wie von der Branche erhofft. In den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres 2019/20 (per Ende September) summierte sich der Konzernverlust trotz Kostensenkungen auf 2,3 Milliarden Euro. Am 10. Dezember will Tui seine Zahlen für das gesamte Geschäftsjahr vorlegen.

Tui darf keine Boni und keine Dividende auszahlen

Eine Sprecherin von Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier sagte, der in der Krise aufgelegte Wirtschaftsstabilisierungsfonds (WSF) des Bundes werde Tui mit voraussichtlich 1,1 Milliarden Euro stützen. Die Länder könnten davon bis zu 400 Millionen Euro übernehmen. 700 Millionen Euro werden durch Stille Einlagen des WSF abgedeckt. Die staatlichen Hilfen sind – wie bei den meisten Corona-Hilfsaktionen des WSF – daran gekoppelt, dass Tui den Vorstandsmitgliedern keine Boni zahlen und keine Dividende an die Aktionäre ausschütten darf.

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„Mit den heute beschlossenen Maßnahmen unterstützen wir den größten Reiseanbieter in Deutschland dabei, diese schwierige Zeit zu überbrücken“, erklärte das Ministerium. Tui sei vor der Krise profitabel gewesen und habe als Reiseveranstalter durch die Corona-Krise mit nie dagewesenen Schwierigkeiten zu kämpfen.

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Opposition fordert Mitsprache

Der grüne Haushalts-Experte Sven-Christian Kindler forderte den Bund auf, bei Tui ein Mitspracherecht für Klimaschutz und Sozialstandards geltend zu machen. „Die Bundesregierung darf nicht dieselben Fehler wiederholen wie bei der Lufthansa.“ Man dürfe sich kein zweites Mal von einem Großunternehmen über den Tisch ziehen lassen. Die Lufthansa wird mit insgesamt neun Milliarden Euro Steuergeld aus Deutschland, Österreich, Belgien und der Schweiz gestützt. Der WSF ist mit gut 20 Prozent größter Lufthansa-Aktionär.

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