Bestimmungen für Urlauber auf einen Blick

Thailand erleichtert trotz Corona Einreise für Touristen

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Seit Anfang November dürfen deutsche Touristen trotz Corona wieder in Thailand einreisen. Allerdings nur unter bestimmten Bedingungen.
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Touristen können ab sofort unter erleichterten Bedingungen in Thailand einreisen. Die strengen Auflagen für die Erteilung des neuen sogenannten TR-Visums wurden gelockert.

Urlauber benötigen für die Einreise nach Thailand das am 9. November eingeführte sogenannte TR-Visum. Dieses berechtigt zu einem touristischen Aufenthalt von maximal 60 Tagen in Thailand und darf einmalig für weitere 30 Tage verlängert werden.

Eine der Voraussetzungen zur Erlangung des TR-Visums war bisher der Nachweis über einen Kontostand von mindestens 15.000 Euro über einen Zeitraum von sechs Monaten. Diese Regelung wird nun vollständig aufgehoben, teilt das thailändische Fremdenverkehrsamt in Frankfurt am Main auf seiner Webseite mit.

Alle übrigen Bedingungen aber bleiben bestehen. Dazu zählen eine 15-tägige Quarantäne (14 Nächte), die Urlauber in einem staatlichen Quarantäne-Hotel (Alternative State Quarantine Hotel) verbringen müssen, ein gültiges Flugticket sowie eine Krankenversicherungspolice mit einer Mindestdeckung von 100.000 USD (ca. 84.400 Euro), die u. a. Covid-19 einschließt.

Weitere Corona-Sicherheitsauflagen für Thailand-Urlauber

Außerdem müssen Urlauber beim Check-In am Flughafen ein genehmigtes Certificate of Entry (COE) vorgelegen, ebenso wie ein Gesundheitszeugnis, aus dem hervorgeht, dass kein Risiko für eine Ansteckung mit Covid-19 besteht, sowie den Nachweis über einen negativen PCR-Test. Beides darf laut thailändischem Fremdenverkehrsamt maximal 72 Stunden vor Beginn der Reise ausgestellt worden sein.

Urlauber, die bei der Einreise keine Symptome aufweisen, werden nach Ankunft am Flughafen und Erledigung sämtlicher Formalitäten zu ihrem Quarantäne-Hotel gebracht und dürfen nach Beendigung der 15-tägigen Quarantäne uneingeschränkt durchs Land reisen.

Der Preis für das 60 Tage gültige TR-Visum beträgt 35 Euro, die einmalige Verlängerung für weitere 30 Tage 1.900 Thailändische Baht (ca. 53 Euro).

 

Die Einreise in Thailand ist seit Anfang November zwar auch für deutsche Touristen wieder möglich, doch rät das Auswärtige Amt wegen der fortbestehenden Einreisebeschränkungen nach wie vor von nicht notwendigen, touristischen Reisen nach Thailand ab.

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Drohende Massenarbeitslosigkeit wegen Corona in Thailand

Das beliebte Urlaubs- und Reiseland Thailand hatte wegen der Corona-Pandemie sieben Monate lang keine ausländischen Touristen mehr ins Land gelassen – und krankt seither an den wirtschaftlichen Folgen. Im vergangenen Jahr verzeichnete Thailand noch knapp 40 Millionen Besuche ausländischer Touristen, der Anteil des Reise- und Tourismussektors am Bruttoinlandsprodukt (BIP) betrug 2019 unterschiedlichen Quellen zufolge mehr als 10 Prozent.

Nach Schätzung des Thailändischen Fremdenverkehrsamtes TAT waren vor dem Ausbruch der Corona-Pandemie rund vier Millionen Menschen im Tourismussektor beschäftigt – durch die monatelange Schließung der Grenzen könnten mehr als 2,5 Millionen arbeitslos werden.

Nur wenige Corona-Infektionen in Thailand

Thailand ist dank strikter Maßnahmen bisher sehr erfolgreich im Kampf gegen das Coronavirus. Bis Dienstag (17. November) wurden seitens der WHO insgesamt 3878 Infektionen bestätigt, 60 Menschen sind bislang in Thailand an der Coronavirus-Erkrankung Covid-19 gestorben.

Angespannte innenpolitische Lage in Thailand

Die innenpolitische Lage in Thailand ist derzeit angespannt. Seit Monaten protestieren immer wieder Tausende Menschen gegen die Regierung und fordern den Rücktritt von Prayut Chan-ocha, dem damaligen Chef der Militärjunta, der im Jahr 2014 die Macht übernahm und im vergangenen Jahr als Ministerpräsident wiedergewählt wurde. Inzwischen richtet sich die Kritik der Demokratiebewegung auch gegen die Monarchie – ein Tabu-Bruch. Etliche Demonstranten forderten eine Begrenzung der Macht von König Maha Vajiralongkorn. Majestätsbeleidigung wird in Thailand mit bis zu 15 Jahren Haft bestraft.

Ministerpräsident Prayut zeigte sich nach den jüngsten Protesten in Bangkok besorgt und gesprächsbereit. „Die Regierung will Gespräche führen, um gemeinsam einen Ausweg zu finden“, sagte der Sprecher des Regierungschefs, Anucha Burapachaisri, der Nachrichtenagentur Reuters. Der Ministerpräsident habe Sorge, dass sich die Proteste ausweiten und Störer zur Gewalt anstiften könnten.

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