Diskussion um Alkoholverbot in Indonesien

Das Ende des (Party-)Tourismus auf Bali?

In Indonesien haben zwei religiöse Parteien einen Gesetzesentwurf vorgelegt, der den Verkauf und Konsum von Alkohol verbieten würde. Urlaubsregionen wie Bali befürchten, dass sich das negativ auf den Tourismus auswirken könnte und Urlauber vielleicht irgendwann ganz ausbleiben.

Bali ist das touristische Zentrum Indonesiens, rund vier Millionen Touristen aus aller Welt kommen jährlich auf die Insel im Indischen Ozean. Das sind etwa genau so viele Menschen, wie auch dort leben. Während es auf der ganzen Insel wunderschöne Tempelanlagen gibt, sind es im Inselinneren und im Norden vor allem Reisterrassen, Wasserfälle und einsame Wanderrouten die Honeymooner, Backpacker und Yogis anziehen.

Den kompletten Süden der Insel mit den Städten Denpasar, Kuta und der Region Seminyak kann man getrost als Touristenhochburg bezeichnen. Hier reihen sich Luxushotels und günstige Unterkünfte aneinander, hinzu kommen unzählige Clubs, Bars, Souvenir-Shops und andere Verkaufsstände. Es werden Drinks und Massagen angeboten. Kilometerlange Strände sind der Grund für die Besuchermassen und Pauschaltouristen, die vor allem aus Europa und Australien kommen, und die wiederum Bali als ihre Lieblingsparty-Insel bezeichnen – wie auch in einem aktuellen Artikel der „Perth Now“.

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Indonesischer Ballermann

Bilder von ausgiebig feiernden Urlaubern samt Trinkgelage sind hier die Regel, nicht umsonst wird Kuta bereits seit Jahren als der „Indonesische Ballermann“ bezeichnet. Dass Indonesien mit 87,2 Prozent Muslimen der Staat mit der weltweit größten muslimischen Bevölkerung ist, rückt hier komplett in den Hintergrund. Und damit auch die Tatsache, dass Muslime aufgrund ihrer Religion kaum bzw. gar keinen Alkohol trinken.

Dass der Islam – im Gegensatz zum Rest des Landes – auf Bali eine eher untergeordnete Rolle spielt, liegt an der hier zum Großteil hinduistischen Bevölkerung. Doch zumindest die Präsenz von islamischen Verhaltensregeln könnte sich hier schon bald durchsetzen.

Diskussion um Alkoholverbot

Wie die Nachrichtenseite „news.com.au“ berichtet, sollen zwei religiöse Parteien in Indonesien, die „United Development“ und die „Prosperous Justice“, einen Gesetzesentwurf vorgelegt haben, der den Konsum, Verkauf und die Produktion von Getränken mit mehr als 1% Alkoholgehalt verbietet. Sollte dieses Gesetz tatsächlich in Kraft treten, würde das eine enorme Einschränkung nicht nur für Einheimische, sondern auch für Touristen bedeuten.

Hariyadi Sukamdani, Leiter des indonesischen Hotel- und Restaurant-Verbandes PHRI, findet dafür in einem Interview mit „TheJakartaPost.com“ deutliche Worte: „Sollte der Gesetzesentwurf durchgehen, ist unsere Branche am Ende. Die Touristen, die größtenteils aus Europa kommen, trinken die ganze Zeit Alkohol. Es würde sehr unangenehm für sie sein, gäbe es keinen Alkohol.“

Kein Alkohol, keine Touristen

Hariyadi befürchtet, dass die Touristen einfach ausbleiben, sagt in einem weiteren Statement gegenüber der englischsprachigen indonesischen Zeitung: „Ganz egal wie schön das Land ist, finden sie [die Touristen, Anm. d. Red.] keinen Alkohol vor, werden sie auch nicht herkommen.“

Das Tourismusbüro befürchtet, dass auf Bali die Touristen ausbleiben

Foto: Getty Images

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Auch Urlauber Roy B. aus Berlin sieht in einem möglichen Alkoholverbot das Aus für den Partytourismus auf Bali. Gegenüber TRAVELBOOK sagt er: „Für Bali wäre es definitiv das Ende des Partytourismus in Kuta und Seminyak. Und selbst in Ubud, das vor allem Kultur- und Natururlauber ansteuern, sieht man abends in den Bars unheimlich viele Menschen einen Drink zu sich nehmen. Für die Australier, die man hier am meisten sieht, wäre es bestimmt ein Grund, nicht mehr zu kommen“. Er selbst würde sich „ungern aus religiösen und moralischen Gründen in einem Feld bevormunden lassen“, das seiner Meinung nach ja „niemanden stört“.

Erste Einschränkungen bei Verkauf von Alkohol

Einschränkungen beim Verkauf von Alkohol gibt es in Indonesien bereits seit rund einem Jahr. Demnach darf in Kiosken und anderen kleinen Geschäften beispielsweise kein Bier mehr verkauft werden – das ist ausschließlich großen Supermärkten vorbehalten. Und obwohl man auch nach wie vor in Restaurants, Bars und Hotels alkoholische Getränke bestellen und trinken kann, könnte man das als Versuch werten, den gesamten Verkauf von Alkoholika einzudämmen.

Bali protestierte schon damals gegen diese Entwicklung. Der Leiter des balinesischen Touristenbüros, A.A. Gede Yuniartha, sagte gegenüber dem Medienunternehmen „Bloomberg“: „Ausländische Touristen mögen es zu trinken, wenn sie hier sind. Das [die Einschränkung bei Verkauf von Alkoholika, Anm. d. Red.] wird dem Tourismus ernsthaft schaden. Wir wollen von dieser Regelung ausgenommen werden, andernfalls werden wir sie nicht befolgen.“ 

Ob sich das Alkoholverbot in Indonesien, und damit auch auf Bali, durchsetzen wird, bleibt abzuwarten. Laut einem Bericht von „Condé Nast Traveler“ soll in der kommenden Woche über den Gesetzesentwurf abgestimmt werden.

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