Obwohl Reisen wieder erlaubt sind

Warum werden aktuell so viele Flüge gestrichen?

Immer noch werden viele Flüge gecancelt – obwohl die Grenzen wieder offen sind. Viele Urlauber fragen sich: Wieso?
Immer noch werden viele Flüge gecancelt – obwohl die Grenzen wieder offen sind. Viele Urlauber fragen sich: Wieso?
Foto: Getty Images

Mallorca, Portugal, Italien, Griechenland – die Grenzen zu diesen Ländern sind wieder offen. Dennoch haben uns zahlreiche Berichte erreicht, dass Flüge in diese Länder kurzfristig annulliert wurden. Wie kann das sein? TRAVELBOOK hat bei den Airlines nachgehakt.

Es sind keine Einzelfälle: Bei einer nicht repräsentativen Umfrage der TRAVELBOOK-Leser auf Instagram gab etwa die Hälfte der Teilnehmer an, dass Flüge, die für den Zeitraum nach dem 16. Juni gebucht waren, annulliert worden seien. Bei der Frage, welche Airlines die Flüge gestrichen hatten, wurden insgesamt 19 Fluggesellschaften genannt. Besonders oft fielen die Namen Ryanair, Eurowings, Condor, Lufthansa, Easyjet und Tuifly.

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Annullierungen werden nicht begründet

Auch TRAVELBOOK-Leserin Meike hatte Probleme mit einer Buchung. Ihr Flug mit Eurowings von Köln/Bonn nach Sardinien für Ende August wurde ohne Angabe eines Grundes annulliert – eine Erstattung gäbe es nicht, denn sie könne den Flug umbuchen. Doch: „Auf der Eurowings Seite findet man ab Köln überhaupt keinen Flug mehr das Jahr über nach Sardinien“, berichtet Meike.

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Viele weitere TRAVEBOOK-Leser berichten von Flügen, die sie erst Mitte oder Ende Juni gebucht hatten, die aber dennoch schon wieder storniert wurden – so schreibt etwa Dennis H. TRAVELBOOK, dass zwei Flüge, die er am 15. Juni gebucht habe, jeweils nach 5 bzw. nach 14 Tagen ersatzlos gestrichen worden seien.

Doch was sind die Gründe für das aktuelle Flug-Chaos?

Unsicherheit bei den Airlines ist groß

Laut einer Pressesprecherin von Eurowings sei das Hauptproblem aktuell die Unsicherheit der Airlines bezüglich der tatsächlichen Nachfrage. „Es ist momentan extrem schwer vorherzusehen, wie viele Passagiere, von welchen Flughäfen, zu welchem Ziel und Datum, ihren gebuchten Flug tatsächlich antreten werden“, erklärte die Sprecherin TRAVELBOOK. Es gebe nach wie vor viele „No-Shows“, also Passagiere, die ihren gebuchten Flug nicht antreten, jedoch auch nicht absagen. Das mache die Planung für die Fluggesellschaften schwer.

 

Hinzu komme, dass man in der aktuellen Situation nur mit vollen Flugzeugen abheben könne. „Leere Flugzeuge zu fliegen, wäre wirtschaftlich unverantwortlich und ökologisch völlig schädlich“, betont auch ein Sprecher der Lufthansa-Group gegenüber TRAVELBOOK. Vor diesem Hintergrund seien allerdings Streichungen oder Verschiebungen einzelner Flüge unvermeidbar, so Eurowings.

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Flugpläne werden noch angepasst

Sowohl Eurowings als auch Lufthansa betonen, dass man aktuell weiterhin mit einer deutlich verringerte Flotte (bei Eurowings etwa 10 Prozent, bei Lufthansa immerhin etwa die Hälfte) operiere. Nicht anders sieht es bei Condor aus. Dort startete zu Beginn der Sommerferien wieder der Flugbetrieb – mit einem neuen Flugplan. Doch: „Leider kann es auch in Nicht-Corona-Zeiten zu kurzfristigen Änderungen im Flugplan kommen.“

Bei Eurowings gibt man bezüglich der Flugpläne an, dass diese noch bereinigt werden müssten, um die tatsächliche Anzahl der möglichen Verbindungen anzuzeigen. Auch ein Sprecher von Easyjet teilte TRAVELBOOK auf Anfrage mit, dass man beim Sommerflugplan noch „wo nötig Änderungen vornehme, um den Veränderungen bei der Nachfrage und bei Einschränkungen Rechnung zu tragen.“