Wissenschaftler besorgt

Vulkan Ätna könnte Tsnuami im Mittelmeer auslösen

Vulkan Ätna auf Sizilien
Der Ätna zählt zu den aktivsten Vulkanen
Foto: Getty Images

Der Ätna auf Sizilien ist einer der höchsten Vulkane Europas – und einer der aktivsten. Momentan macht er aber nicht wegen eines Ausbruchs Schlagzeilen, sondern wegen seiner Ostflanke, die immer weiter ins Meer abrutscht.

Dass die Ostflanke des Ätnas ins Meer abrutscht, ist schon lange bekannt. Zwei bis drei Zentimeter im Jahr sind es derzeit. Doch Kieler Forscher um Dr. Morelia Urlaub vom Geomar-Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung stießen auf ein weiteres, beunruhigendes Detail:  „Der Vulkan hört ja an der Küstenlinie nicht auf. Wir konnten jetzt zum ersten Mal zeigen, dass sich diese Flanke auch Unterwasser bewegt“, sagt Urlaub auf Nachfrage von TRAVELBOOK. „Daher können wir sagen, dass eine viel größere Fläche von dieser Bewegung betroffen ist. Und diese Bewegung ist Unterwasser genauso schnell wie an Land, also auch zwei bis drei Zentimeter im Jahr.“

Ihre Ergebnisse haben die Forscher auch im Fachmagazin „Science Advances“ veröffentlicht. Es gebe zwar derzeit keinen akuten Grund zur Sorge, dass es zu einem Flankenzusammenbruch kommt, sagt Ozean-Expertin Urlaub. Zudem könne es bei alten Vulkanen durchaus vorkommen, dass Teile abbrechen. Wenn jedoch eine größere Gesteinsmenge ins Meer stürzt, könnte es zu einer Flutwelle kommen, wie die Forscherin anmerkt:

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Wie lange dauert das Abrutschen, bis es zur Flutwelle kommt?

Wie lange es dauert, bis ein solch großer Teil der Vulkanflanke abrutscht und zu einer gewaltigen Welle führt, ist der Forscherin zufolge unklar. Man könne aber davon ausgehen, dass das nicht von heute auf morgen passieren wird. Dem würde wahrscheinlich eine Beschleunigung der Flankenbewegung vorausgehen.

13 der aktivsten Vulkane der Welt

Kann man gegen das Abrutschen des Ätnas vorgehen?

Da momentan keine unmittelbare Gefahr einer Flutwelle bestehe, sei der Handlungsbedarf nicht groß. Es gebe aber auch keine Methode, um das Abrutschen des Ätnas und dessen Folgen zu stoppen. Der 3300 Meter hohe Berg könne nur weiterhin beobachtet werden. Unter Wasser werde momentan nicht gemessen, an Land jedoch weiterhin, so Dr. Urlaub.

„Der Ätna ist einer der am besten beobachteten Vulkane der Welt. Bislang wurden satellitengestützte Beobachtungen durchgeführt, die sich auf das Land beziehen. Die Technologie, die wir verwendet haben, wurde das erste Mal an Vulkanen benutzt. Wir konnten zeigen, dass sie super funktioniert für solche Messungen und hoffen jetzt, dass sie auch zukünftig eingesetzt wird.“

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