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Konzept von Richard Branson

Das Kreuzfahrtschiff für Leute, die Kreuzfahrten eigentlich hassen

Scarlet Lady von Virgin Cruises
Auf zu neuen Ufern: Die Scarlet Lady ist Richard Bransons erstes Kreuzfahrtschiff nur für Erwachsene Foto: Virgin Voyages

Bingo, Platznot und Massenabfertigung: Rund um Kreuzfahrten gibt es viele Klischees. Die „Scarlet Lady“, das erste Kreuzfahrtschiff von Virgin Voyages, soll mit Tattoo-Studio und E-Gitarren zu neuen Ufern aufbrechen.

Was für die einen der Inbegriff von Traumurlaub ist, ist für andere ein wahrer Alptraum. Doch Dresscode und steifes Captains Dinner waren mit Richard Branson gestern. Der Milliardär und Gründer der Virgin Group will Kreuzfahrten auf den Kopf stellen und mit Klischees und Traditionen brechen. An Bord des ersten Kreuzfahrtschiffes von Virgin Voyages, der „Scarlet Lady“, dürfen nur Erwachsene. Erwachsene, die eigentlich zu cool für eine Kreuzfahrt sind. Was das Schiff ausmacht und welche Maßnahmen während der Corona-Pandemie gelten – TRAVELBOOK gibt den Überblick.

Virgin Voyages

Richard Branson, Chef der Virgin Group, lässt mit der Airline Virgin Atlantic Flugzeuge fliegen, hebt mit Virgin Galactic in den Weltraum ab und betreibt weltweit Hotels. Jetzt heißt es „Leinen Los!“: Mit seinem ersten Kreuzfahrtschiff „Scarlet Lady“ startet Branson in eine neue Branche und auf zu neuen Ufern. Die Reederei Virgin Voyages, die bald weitere Neubauten erhalten wird, hat sich auf die Bedürfnisse von „coolen Erwachsenen“ spezialisiert – es handelt sich also um eine Adults Only Reederei. Auf der Webseite von Virgin Voyages heißt es: Kinder sind nicht erlaubt, außer das eigene innere Kind.

Die „Scarlet Lady“

Verspätete Auslieferung und die Auswirkungen der Corona-Pandemie: 18 Monate später als geplant wird die Scarlet Lady am 6. Oktober zu ihrer ersten Kreuzfahrt von Miami aus aufbrechen. Im August und September 2021 war das Schiff bereits rund um England unterwegs.

Kinder dürfen zwar nicht auf den Kreuzer, dennoch zielt die „Scarlet Lady“ auf ein jüngeres Publikum ab. Die „Sailors“, wie Branson die Passagiere nennt, erwarten Auftritte von Dragqueens, ein Tattoo-Studio, Partys und zahlreiche Restaurants statt Buffets. Kleiderordnung gibt es nicht, dafür aber zwei Rockstar-Suiten mit Plattenspielern, E-Gitarren und Verstärkern. Internet, Trinkgelder und das Essen sind im Reisepreis inbegriffen – für einen einzelnen „Sailor“ gibt es eine Karibik-Kreuzfahrt mit der „Scarlet Lady“ von Miami aus ab 600 Euro (4 Nächte, ohne Flüge).

Die „Scarlet Lady“ ist 277 Meter lang und bietet mit 1330 Kabinen Platz für bis zu 2770 „Sailors“. Die Betten in den Kabinen können tagsüber zu Sofas umfunktioniert werden. Wahrscheinlich bleiben aber nur die Wenigsten lange auf der Kabine. Es locken Tartan-Laufbahn mit Meerblick, Basketball-Platz, Fitness-Studio und Outdoor-Boxen. Wer es entspannter mag, freut sich über mehrere Spa- und Poolbereiche sowie einen Yoga- und Meditationsbereich.

In Zeiten, in denen Kreuzfahrten umstrittener denn je sind, kommt Branson am Thema Umweltschutz nicht vorbei. Laut Spiegel kündigte Branson an, die direkten CO2-Emissionen der „Scarlet Lady“ vom ersten Tag an zu kompensieren. Das Schiff verfügt als eines der ersten Kreuzfahrtschiffe laut Reederei über ein System der schwedischen Firma Climeon. Es wandelt Abwärme der Schiffsmotoren in Elektrizität um und kann somit Treibstoff sparen. Zudem werden mit einem „Scrubber“ Schwefeldioxid reduziert und ein Katalysator zur Stickoxidreduzierung eingesetzt.

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Die Routen

Virgin Voyages setzt mit der „Scarlet Lady“ auf kürzere Fahrten. So führen Vier- und Fünf-Tage-Touren vom Heimathafen Miami aus nach Kuba, Mexiko und in die Dominikanische Republik.

Kreuzfahrten mit der „Scarlet Lady“: Aktuelle Corona-Maßnahmen

Passagiere auf der „Scarlet Lady“ müssen über 18 Jahre alt und gegen Corona geimpft sein. „Alle sind geimpft – die gesamte Crew, das Personal und die Gäste, sagte Richard Branson in einem Interview mit der amerikanischen Tageszeitung „Miami Herald“. Auf ihrer Jungfernfahrt ist die „Scarlet Lady“ nur mit halber Kapazität unterwegs und die Passagiere müssen bei der Einschiffung zusätzlich zum vollständigen Impfschutz ein negatives Corona-Test-Ergebnis vorweisen. Branson glaubt aber nicht, dass die Corona-Beschränkungen noch lange gelten müssen.