Wo es sich am angenehmsten lebt und arbeitet

Das beste Land zum Auswandern ist...

Den Traum vom Auswandern haben viele, aber oft scheitern solche Pläne schon an der schlichten Frage, wohin es überhaupt gehen soll. Eine Entscheidungshilfe könnte der neue Expat Insider Report des Netzwerks InterNations sein: Fast 15.000 Menschen, die den Schritt bereits gewagt haben, wurden nach ihren Erfahrungen in der neuen Wahlheimat befragt. Herausgekommen ist ein Ranking mit den zehn besten Ländern zum Leben und Arbeiten – mit einigen Überraschungen.

14.300 Menschen unterschiedlichster Nationalitäten, die in 191 verschiedene Länder ausgewandert sind, haben an der Umfrage für den diesjährigen Expat Insider Report von InterNations teilgenommen. Die Studie befasst sich mit der Lebenssituation von sogenannten Expatriates, wobei dieser Begriff ein wenig in die Irre führt. Ein Großteil der Befragten wurde nämlich gar nicht von ihrer Firma auf einen gut dotierten Posten ins Ausland geschickt, also Expats im engeren Sinne, sondern hatten auch andere gute Gründe, das Weite zu suchen: die Liebe zum Beispiel, die Abenteuerlust, oder den lange gehegten Traum, eines Tages in genau diesem Land zu leben.

„Die Studie, die wir jetzt bereits schon das dritte Mal durchgeführt haben, dient dazu, das Leben der Menschen im Ausland besser zu verstehen“, sagt Malte Zeeck, der Gründer von  InterNations, im Gespräch mit TRAVELBOOK. Zeeck hat das Auswanderer-Netzwerk vor neun Jahren zusammen mit einem Freund ins Leben gerufen – mittlerweile hat es 2,2 Millionen Mitglieder und ist in fast 400 Städten weltweit präsent. „Das Netzwerk soll es Menschen erleichtern, ins Ausland zu gehen und dort Fuß zu fassen, erklärt Zeeck.

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Für die Studie wurden die Expats nach den verschiedensten Kriterien in Bezug auf ihre vorübergehende oder dauerhafte Wahlheimat befragt. Es geht laut Zeeck darum, die Sorgen und Bedenken dieser Menschen sowie ihre Entscheidungsfaktoren, warum sie wohin auswandern. „Wir wollten auch herausfinden, wie glücklich und zufrieden die Expats im Ausland sind, wie es ist, mit der Familie im Ausland zu leben, wie die ökonomische Situation ist, was man dort verdient, was die Lebenshaltungskosten sind und wie einfach es ist, sich dort zu integrieren.“

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Überraschender Spitzenreiter

Während in den vergangenen beiden Jahren im Gesamtranking der besten Länder zum Leben und Arbeiten Ecuador auf Platz 1 landete, wurde das südamerikanische Land in diesem Jahr von einem kompletten Neuzugang verdrängt: Taiwan. Noch vor Ecuador auf Platz 2 landete  Malta und verbesserte sich damit um eine Position im Vergleich zum Vorjahr. Europäische Länder stehen überhaupt hoch im Kurs: So finden sich in den Top Ten gleich vier Staaten in Europa, und insgesamt haben viele europäische Länder deutlich im Ranking an Position zugelegt. Tschechien etwa verbesserte sich von Platz 22 im vergangenen Jahr auf Platz 10 in 2016. Und Finnland stieg sogar um 20 Plätze auf, von Platz 51 auf Platz 32.

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Deutsche sind zu unfreundlich

Deutschland dagegen schneidet eher mittelmäßig ab und musste sogar einen Platz einbüßen. Es rutschte von Platz 16 auf Platz 17, noch hinter Rumänien. „Deutschland hat immer ganz klare Vor- und Nachteile“, sagt Malte Zeeck über die Umfrageergebnisse. „Vorteile sind immer politische Stabilität und auch Jobsicherheit, und es ist auch relativ attraktiv für Familien.“ Probleme habe Deutschland dagegen bei der Frage, wie leicht es ist, hier Fuß zu fassen. „Das hat zum einen damit zu tun, wie freundlich Deutsche gegenüber Ausländern sind, das wird leider nicht sehr positiv wahrgenommen und hat sich auch eher noch verschlechtert in den letzten drei Jahren.“ Die andere Komponente sei die deutsche Sprache: „Sehr viele sagen, um in Deutschland zu leben, brauche man Deutsch, es wird aber als eine Sprache empfunden, die sehr schwer zu erlernen ist.“

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Die Verlierer

Kaum Überraschungen gibt es am unteren Ende des Rankings: Die unbeliebtesten Länder zum Leben und Arbeiten sind, aus unterschiedlichen Gründen, nach wie vor Kuwait, Griechenland und Nigeria. Einer der größten Verlierer im Ranking ist Brasilien, das nur noch auf Platz 64 liegt (Vorjahr: Platz 57). Laut Malte Zeeck hat dies vor allem mit dem Thema persönliche Sicherheit zu tun, die viele als unzureichend empfinden, sowie mit dem mangelnden Zugang zu Bildung und deren Qualität. Ebenfalls stark an Attraktivität verloren haben die Vereinigten Arabischen Emirate, die von Platz 19 auf Platz 40 abrutschten, unter anderem wegen Sicherheitsbedenken und hoher Lebenshaltungskosten.

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Hier kommen die Plätze 1 bis 10 mit den wichtigsten Antwortergebnissen aus der Umfrage. Die Plätze 11 bis 67 finden Sie unten in der Tabelle.

Platz 1: Taiwan

Taiwan wurde dieses Jahr erstmals überhaupt mit ins Ranking aufgenommen, da es eine gewisse Zahl an Mindestteilnehmern für jedes Land braucht, damit es mit einbezogen wird. Und doch landete der asiatische Inselstaat südlich von Japan gleich auf Platz 1. Vor allem in finanzieller Hinsicht geht es den dort lebenden Expats offenbar sehr gut: Erstaunliche 85 Prozent gaben an, mit ihrer finanziellen Lage zufrieden zu sein, im Vergleich zum weltweiten Durchschnitt von 64 Prozent. Mit 94 beziehungsweise 95 Prozent der Teilnehmer lobt ein noch höherer Prozentsatz der Expats in Taiwan die Qualität und erschwinglichen Kosten der medizinischen Versorgung.

Taiwan bietet nicht nur beste Arbeitsbedingungen, sondern auch tolle Freizeitmöglichkeiten in der Natur

Foto: Getty Images

Platz 2: Malta

Angenehm ist das Leben für Auswanderer auch auf Malta. Der Inselstaat im Mittelmeer überzeugt vor allem in puncto Arbeit. Die allgemeine Zufriedenheit mit dem Job ist hoch, und mehr als zwei Drittel der Studienteilnehmer sind glücklich mit Karrierechancen, Arbeitszeit und dem Verhältnis von Freizeit und Beruf – allerdings gaben viele an, in Malta weniger zu verdienen als in ihren Herkunftsländern. Dennoch ist Malta beim Thema persönliche Finanzen im Vergleich zum Vorjahr von Platz 42 auf 6 gesprungen Dieses scheinbare Paradox erklärt sich dadurch, dass Malta auch in Bezug auf die allgemeinen Lebenshaltungskosten und die Verfügbarkeit von bezahlbarem Wohnraum besonders gut abschneidet: Beide Faktoren werden von 30 Prozent der Studienteilnehmer mit ‘sehr gut‘ bewertet, während im globalen Durchschnitt nur 14 beziehungsweise 13 Prozent die Bestnote vergeben. Und nicht zuletzt fiel es den Ausländern leicht, sich in Malta einzugewöhnen: 73 Prozent hatten keine Probleme dabei, neue Freunde zu finden.

Die meisten Ausländer leben in Maltas Hauptstadt Valetta

Foto: Getty Images

Platz 3: Ecuador

Von Platz 1 auf Platz 3 gerutscht, aber immer noch sehr beliebt bei Expats ist Ecuador. So gab ein Viertel der Umfrageteilnehmer an, in dem südamerikanischen Land glücklich zu sein, und ein Drittel bewertet die medizinische Versorgung als positiv. Auch finden besonders viele, dass es leicht ist, in Ecuador Anschluss zu finden und dass die Lebenshaltungskosten besonders niedrig sind. In vielen Punkten zeigten sich die Befragten allerdings unzufriedener als noch im Vorjahr. Vor allem beim Thema Jobsicherheit hat Ecuador verloren, und die wirtschaftliche Situation schätzten auch nicht mehr so viele als positiv ein. Ebenfalls weniger gut beurteilt wurde die persönliche Sicherheit.

Blick über Ecuadors Hauptstadt Quito

Foto: Getty Images

Platz 4: Mexiko

Wieder in den Top Ten, wenn auch nur noch auf Platz 4: Mexiko (2015: Platz 2). Auch wenn die Nachrichten von unfassbarer Gewalt, Armut und Drogenkriegen eine andere Sprache sprechen, Ausländern scheint es recht gut zu gehen in Mexiko, wie auch der diesjährige Report wieder belegt. Das muss unter anderem auch an den Mexikanern liegen, gelten diese doch zuweilen auch als die freundlichsten Menschen der Welt, und tatsächlich schätzen 82 Prozent der Auswanderer gerade diese Eigenschaft an den Einwohnern. Freundschaften sind denn auch schnell geschlossen. Ebenfalls bieten sich viele Freizeitmöglichkeiten in Mexiko, und die klimatischen Bedingungen schätzten mehr als die Hälfte (51 Prozent) als positiv ein.

In Mexiko schätzen Ausländer die Freundlichkeit der Einheimischen

Foto: Getty Images

Platz 5: Neuseeland

Auch in Neuseeland fällt es besonders leicht, sich in der neuen Heimat einzuleben: Einwanderer fühlen sich bei den „Kiwis“ schnell wohl. Dafür sorgt neben der großartigen Landschaft vor allem die Work-Life-Balance: 71 Prozent sind damit sehr zufrieden. Und beachtliche 76 Prozent schätzen die Jobsicherheit als gut ein. Auch für Familien sind die Bedingungen in Neuseeland nahezu ideal. Allerdings hat so viel Glück auch seinen Preis: 43 Prozent sind unzufrieden mit den Lebenshaltungskosten.

Gemütlich: Neuseelands Hauptstadt Wellington

Foto: Getty Images

Platz 6: Costa Rica

Verbessern im Ranking konnte sich Costa Rica, das von Platz 12 auf Platz 6 stieg. Auswanderern fällt es besonders leicht, sich dort niederzulassen, vor allem Dank der freundlichen Einheimischen, die Neuankömmlinge herzlich willkommen heißen. Das gilt besonders auch für Familien mit Kindern. Auch gibt es in Costa Rica genügend Freizeitmöglichkeiten, die medizinische Versorgung ist in Ordnung, das Wetter top. Sorgenfalten verursachen allenfalls die Job-Sicherheit (Platz 43) und die Lebenshaltungskosten (fast die Hälfte aller Befragten bewerten diese negativ).

Costa Rica ist für seine Naturschätze bekannt

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Platz 7: Australien

Ähnlich gut wie Neuseeland hat in der Umfrage Australien abgeschnitten. 71 Prozent finden, dass sie besonders freundlich dort empfangen wurden, jedoch fiel es nur 29 Prozent leicht, unter den Australiern dann auch schnell Freunde zu finden. Die Work-Life-Balance bewerteten 71 Prozent als gut, wofür schon die kurze Arbeitswoche mit durchschnittlich nur 38,6 Stunden. Und was man mit seiner vielen freien Zeit anstellt, ist auch schnell geklärt: 95 Prozent finden das Angebot an Freizeitbeschäftigungen in Australien gut bis großartig. Das Wetter ist auch prima, sagen 92 Prozent. Und fast ebenso viele fühlen sich sicher im Land. Allerdings, Qualität hat seinen Preis: 52 Prozent finden das Leben in Australien sehr teuer, 10 Prozent geben an, dass ihr Einkommen längst nicht reicht.

Die australische Stadt Melbourne wurde gerade erst wieder vom renommierten EIU (The Economist Intelligence Unit) zur „lebenswertesten Stadt der Welt“ gekürt

Foto: Getty Images

Platz 8: Österreich

Während Deutschland nur auf Platz 17 rangiert, ist Österreich sogar noch in der Gunst der Auswanderer gestiegen, von Platz 11 auf Platz 8. Allerdings machen es auch die Österreicher den Neuankömmlingen nicht unbedingt leicht: Lediglich auf Platz 54 schafften sie es im Ranking der Länder, die es ihren Einwanderern leicht machen. Sich an die Kultur gewöhnen, Freunde finden und die Sprache lernen – all das stellt die Einwanderer vor große Herausforderungen. Auch findet ein Drittel, dass es vielen Österreichern an Freundlichkeit gegenüber Ausländern mangelt. Doch all die Entbehrungen und Mühen lohnen sich für die Neuen: Im Rennen um die beste Lebensqualität liegt Österreich auf Platz 2 (nach Taiwan). Und in puncto Kindeswohl ist das Land spitze, genauso wie bei der Bildung.

Österreich: Wer hier erst mal angekommen ist, dem geht es bald ziemlich gut

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Platz 9: Luxemburg

Sie wollen Karriere machen? Oder legen gesteigerten Wert auf Jobsicherheit? Dann sind Sie in Luxemburg richtig. Allerdings: Das berufliche Fortkommen ist offenbar das Einzige, was die Menschen in dem winzigen Großherzogtum hält, denn so richtig glücklich werden sie hier gar nicht. Im Freundlichkeitsranking liegt Luxemburg auf Platz 41 von insgesamt 67. Und Neuankömmlingen fällt es ziemlich schwer, Freunde unter den Einheimischen zu finden, hier belegt das kleine Land nur Platz 57. Vor zwei Jahren lag Luxemburg in diesem Ranking übrigens noch auf Platz 2, vergangenes Jahr auf Platz 5.

In Luxemburg sind die Arbeitsbedingungen gut und die Karrierechancen hoch

Foto: Getty Images

Platz 10: Tschechien

Nach Taiwan ist Tschechien der zweite Überraschungskandidat in den Top Ten, rangierte unser Nachbarland doch im vergangenen Jahr noch auf Platz 22 im Gesamtranking. Punkten konnte Tschechien bei der diesjährigen Umfrage vor allem beim Freizeitangebot, beim Angebot für Familien mit Kindern und bei der Infrastruktur. Besonders freundlich gegenüber Neuankömmlingen sind die Tschechen aber offenbar nicht,  denn hier landen sie nur auf Platz 65 von 67 – schlechter schneiden nur Kuwait und Saudi-Arabien ab. 

Die tschechische Hauptstadt Prag

Foto: Getty Images

Die Platz 11 bis 67 im Überblick:

Platz Land
11 Vietnam
12 Kanada
13 Singapur
14 Spanien
15 Panama
16 Rumänien
17 Deutschland
18 Thailand
19 Bahrain
20 Kolumbien
21 Ungarn
22 Oman
23 Philippinen
24 Polen
25 Uganda
26 USA
27 Südkorea
28 Portugal
29 Japan
30 Niederlande
31 Schweiz
32 Finnland
33 Vereinigtes Königreich
34 Ukraine
35 Zypern
36 Israel
37 Marokko
38 Malaysia
39 Belgien
40 VAE
41 Frankreich
42 Schweden
43 Norwegen
44 Hongkong
45 Chile
46 Kenia
47 Russland
48 China
49 Indien
50 Dänemark
51 Südafrika
52 Indonesien
53 Peru
54 Argentinien
55 Kasachstan
56 Irland
57 Türkei
58 Tansania
59 Italien
60 Katar
61 Mosambik
62 Ägypten
63 Saudi-Arabien
64 Brasilien
65 Nigeria
66 Griechenland
67 Kuwait

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