Auf Flugreisen

Mit diesen 9 Tricks verliert man nie wieder sein Gepäck

Mehr als 20 Millionen Gepäckstücke gehen jedes Jahr bei Flügen verloren oder kommen verspätet am Zielflughafen an. 9 Tricks, wie Sie Ihr Gepäck nicht mehr verlieren – und wie Sie es möglichst schnell wiederbekommen, wenn es doch mal im falschen Flieger gelandet ist.

Wer kennt das nicht: Endlich am Urlaubsziel gelandet, steht man nervös am Gepäckband und hofft darauf, dass der eigene Koffer möglichst schnell auftaucht. Ein Gepäckstück nach dem anderen zieht vorbei, nur das eigene nicht. Und während ein Mitreisender nach dem anderen samt Gepäck von dannen zieht, steigt die innere Unruhe: Was, wenn mein Koffer gar nicht mitgekommen ist?

Zum Glück geht es am Ende dann doch meistens gut aus und der Koffer taucht, wenn auch als einer der letzten, doch noch auf. Dabei sind fehlgeleitete, verlorene oder beschädigte Gepäckstücke tatsächlich keine Seltenheit. Mehr als 26 Millionen Gepäckstücke weltweit sind laut dem „SITA Baggage Report“ im Jahr 2013 nicht wie geplant bei ihren Besitzern angekommen – das entspricht etwa jedem Hundertsten Koffer. Bei Anschlussflügen ist die Chance, seinen Koffer zumindest zeitweise zu verlieren, am größten. Fast die Hälfte (45 Prozent) der verlorenen Koffer verschwinden beim Umsteigen.

Die gute Nachricht: Die meisten der fehlgeleiteten Gepäckstücke (81,2 Prozent) tauchen früher oder später wieder auf und finden doch noch den Weg zu ihren Besitzern. In 15,5 Prozent werden Schäden an oder Diebstähle aus den Koffern gemeldet, und nur in 3,3 Prozent bleiben die Koffer dauerhaft verschwunden.

Damit Sie Ihren lange ersehnten Urlaub nicht ohne Klamotten zum Wechseln antreten müssen, hat TRAVELBOOK neun Tipps zusammengestellt, mit denen Ihr Koffer garantiert im richtigen Flieger landet – und wie Sie ihn ganz schnell wiederbekommen, falls er dennoch mal verloren geht.

1. Seien Sie mutig!

Die meisten Koffer und Taschen sind schwarz, dunkelblau oder grau. Bei so viel Eintönigkeit passiert es schnell, dass jemand sich versehentlich (oder absichtlich?) den falschen Koffer vom Gepäckband greift und damit verschwindet, bevor die Verwechslung auffällt. Also: Seien Sie mutig, greifen Sie zu kräftigeren Farben oder gar Mustern, sodass Sie Ihren Koffer garantiert unter allen anderen wiedererkennen! Alternativ tut es auch ein auffälliger Aufkleber auf der Außenseite des Gepäcks. Befestigen Sie aber möglichst keine Riemen, Schnüre oder Bänder an Ihrem Koffer. Es sollte nichts lose herumhängen, womit der Koffer unterwegs irgendwo hängenbleiben könnte.

Welcher Koffer fällt am meisten auf? Ganz bestimmt nicht der Schwarze...

Foto: Getty Images

2. protzen sie nicht!

Bei allem Mut zur Farbe: Allzu hochpreisig sollte der von Ihnen gewählte Koffer besser nicht sein, läuft er doch in diesem Fall Gefahr, um seiner selbst Willen geklaut zu werden. Den schicken Armani- oder Louis-Vuitton-Koffer also besser zu Hause lassen oder allenfalls als Handgepäck mitnehmen. Auch von einem dicken Sicherheitsschloss am Koffer raten wir ab. Damit wecken Sie erst recht das Interesse von Langfingern, die in dem verschlossenen Gepäck dicke Beute wittern.

3. machen sie ihr gepäck für andere uninteressant!

Apropos fette Beute: Wertgegenstände wie Fotokamera, Tablet, Laptop, Schmuck oder Bargeld gehören ins Handgepäck, nicht in den Koffer. Bevor aufgegebenes Gepäck in den Flieger geladen wird, wird es durchleuchtet – und Diebe gibt es auch unter den Flughafenangestellten. Reisepass und andere wichtige Dokumente sollten Sie auch immer bei sich tragen, genauso wie  Medikamente, die Sie täglich einnehmen müssen. Falls der Koffer fehlgeleitet wird, stehen Sie zumindest nicht ganz ohne alles da.

4. Wecken Sie keinen Argwohn!

Eine Nagelschere darf mit ins Aufgabegepäck, genauso wie Rasierer oder Feile. Was Sie allerdings vermeiden sollten: Messer, Waffen, Feuerwerkskörper oder sonstige verbotene Gegenstände einzupacken. Denn jeder aufgegebene Koffer durchläuft eine Sicherheitskontrolle, muss laut einer EU-Richtlinie geröntgt werden, bevor er ins Flugzeug verladen wird. Muss er wegen auffälliger Gegenstände geöffnet werden, kann es sein, dass er den Flieger verpasst. Eine Übersicht der verbotenen Gegenstände finden Sie hier.

5. machen Sie ein selfie mit ihrem Koffer!

Vor dem Einchecken sollten Sie mit Ihrem Smartphone noch Ihren Koffer fotografieren. Ein Foto des eigenen Gepäckstücks kann im Verlustfall für die Flughafenmitarbeiter sehr hilfreich sein, um es schnell unter vielen anderen ausfindig zu machen. Und auch hier hilft wieder Tipp 1: Ein auffälliger Koffer sticht aus der Masse heraus.

6. Verwirren Sie niemanden!

Entfernen Sie vor dem Check-in alle alten Gepäckanhänger von zurückliegenden Flügen von Ihrem Koffer. Ansonsten kann es passieren, dass der Koffer im falschen Flieger landet, weil ein Flughafenmitarbeiter beim Verladen auf den falschen Anhänger gesetzt hat.

Diese Koffer sollen nach Las Vegas, wie der Gepäckanhänger verrät. Damit Ihr Koffer nicht am anderen Ende der Welt landet, sollten Sie unbedingt alle alten „Bag Tags“ entfernen.

Foto: Getty Images

7. Seien Sie nicht zu spät dran!

Gehen Sie rechtzeitig zum Check-in. Wenn der Mitarbeiter (noch) entspannt ist, wird er sicher noch sorgfältiger darauf achten, Ihren Koffer dorthin zu schicken, wo Sie selbst auch hinwollen. In der Hektik kurz vor dem Schließen des Check-Ins passieren dagegen schneller mal Fehler. Gegen Sie auch früh genug zum Boarding, denn ein Koffer darf nur dann in ein Flugzeug verladen werden, wenn der Passagier tatsächlich an Bord ist. Auch sollte man keine Umsteigeverbindung wählen, bei der die Zeit zwischen zwei Flügen sehr knapp bemessen ist. Wenn es Ihnen schon schwer fällt, rechtzeitig von einem Gate zum anderen zu kommen – wie soll das mit ihrem Koffer möglich sein?

Wenn alle Passagiere im Flieger sind, werden auch die Koffer eingeladen.

Foto: Getty Images

8. Seien Sie wachsam!

Sehen Sie am besten vorab nach, wie das Kürzel Ihres Zielflughafens lautet (LAX steht zum Beispiel für den Los Angeles International Airport, FRA für den Flughafen Frankfurt am Main). Achten Sie beim Check-in darauf, dass die Kürzel auf Ihrem Ticket und dem Gepäckanhänger identisch sind – falls nicht, werden entweder Sie oder Ihr Koffer an einem Ort landen, der niemals auf Ihrem Reiseplan stand. Heben Sie Ihr Ticket unbedingt auf, denn es erhält beim Einchecken einen Sticker mit der Registrierungsnummer für jedes aufgegebene Gepäckstück.

9. Spielen Sie selbst Detektiv!

Ihr Koffer ist nicht angekommen? Dann sehen Sie mit einem Klick nach, wo auf der Welt er sich gerade befindet! Wie das gehen soll? Mit einem Koffer, der über einen integrierten GPS-Sender verfügt. Der „Trunkster“ kostet in der Check-in-Variante (27 Zoll) ab 350 Dollar (ca. 310 Euro). Den Standort des Koffers kann man dann gleich an die Flughafenmitarbeiter weitergeben. Oder an die Polizei, wenn das GPS nicht eindeutig auf einen Flughafen hinweist.

Via GPS wissen Sie immer, wo Ihr Koffer gerade ist.

Foto: Trunkster

Was, wenn der Koffer doch verschwindet?

Kommt Ihr Koffer trotz aller Vorsichtsmaßnahmen nicht an, wenden Sie sich zuerst an die Gepäckschalter am Flughafen („Lost and Found“, befindet sich meistens in der Ankunftshalle). Dort melden Sie Ihren Koffer als vermisst. Man wird Sie bitten, Ihr Gepäckstück möglichst genau zu beschreiben – jetzt hilft Ihnen das Foto, das Sie vor dem Abflug davon gemacht haben. Auf der Kopie der Verlustmeldung, die man Ihnen aushändigt, befindet sich eine Referenznummer. Anschließend melden Sie den Verlust Ihres Koffers sofort auch Ihrer Airline, um keine Schadenersatzansprüche zu verlieren.

Mit ein bisschen Glück bekommen Sie Ihren Koffer schon am gleichen Tag wieder. Bleibt der Koffer dauerhaft verschwunden, hat der Reisende Anspruch auf Schadenersatz, allerdings in Höhe von maximal 1200 Euro. Auch hier zeigt sich wieder, warum man Laptop und teuren Schmuck besser als Handgepäck mit in den Flieger nimmt.

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