Verrückte Challenge von Urlaubsprofi Michael Wigge

So bereist man in 50 Tagen alle 50 Staaten der USA

Urlaubsprofi und Autor Michael Wigge hat sich schon von einem Apfel in Berlin bis zu einem Haus auf Hawaii hochgetauscht und reiste komplett ohne Geld um die Welt. Jetzt hat er sich in ein neues Abenteuer gestürzt: In 50 Tagen reiste er durch alle 50 Staaten der USA. Und als ob das nicht schon schwierig genug wäre, musste er überdies in der knappen Zeit in jedem Bundesstaat eine ziemlich knifflige Aufgabe lösen. Mit TRAVELBOOK sprach Wigge über seine skurrilsten, lustigsten und gefährlichsten Erlebnisse unterwegs.

Angelika Pickard Von Angelika Pickardt

Ein ganz normaler Urlaub, mit Hotel, Strand, Ausflügen? Kommt für Michael Wigge nicht infrage. Es muss schon etwas Besonderes sein, etwas, das nicht jeder macht. Und eine gewisse Herausforderung darf auch nicht fehlen, denn einfach kann ja jeder. Für die ZDF-Sendung „Wigges Tauschrausch“ reiste er schon durch 14 Länder nach Hawaii und im Format „Ohne Geld ans Ende der Welt“ zur Antarktis – ohne einen Cent in der Tasche.

Geld hatte Wigge bei seinem neuesten Projekt zwar schon dabei, und auch einen Van. Aber einfacher machte das seine Tour durch die USA nicht: Nur 50 Tage hatte Wigge Zeit, um alle 50 Staaten zu befahren und sich dabei in jedem Staat einer besonderen Aufgabe zu stellen. Dabei fiel seine Wahl nicht zufällig auf die USA als Reiseziel, wie Wigge im Interview mit TRAVELBOOK verrät: „Dieses Jahr ist ja das Superwahlkampfjahr, deshalb war es mir wichtig, etwas in den USA zu machen. Ich wollte wissen, wie die Amerikaner eigentlich so ticken.“ Eine seiner Challenges unterwegs: Präsidentschaftskandidat Donald Trump einmal berühren. Ob ihm das gelungen ist, verraten wir an späterer Stelle...

Den Trailer zu seiner Tour sehen Sie hier:


Die Routenplanung

Hunderte Kilometer liegen zum Teil zwischen den einzelnen Bundesländern der USA. Jeden einzelnen von ihnen in nur 50 Tagen zu besuchen, ist eine echte Herausforderung. Zum Glück gebe es diverse Vorlagen ambitionierter Amerikaner, die eine Art Idealroute zum Bereisen aller Staaten in möglichst kurzer Zeit schon ausgetüftelt hätten, sagt Michael Wigge zu seiner Planung. „Diese Idealroute beschreibt eine Art Welle, so also ob man ein großes ‘W‘ fährt.“ Gestartet ist Wigge im Bundesstaat Maine, dann ging es die Ostküste runter, rein ins Innere des Kontinents, dann wieder Richtung Süden bis nach Florida und von dort wieder nach Westen. 19.500 Kilometer hat er am Ende in seinem Van zurückgelegt, die letzten beiden Ziele seiner Reise, Alaska und Hawaii, durfte Wigge ausnahmsweise anfliegen, da es anders schlicht nicht möglich gewesen wäre.

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Die Route verläuft in einer Art ‘W‘ von Ost nach West, am Ende stehen noch zwei Flüge

Foto: Conbook Verlag

Sechs bis sieben Stunden fährt er jeden Tag mit seinem Van, der während dieser 50 Tage zugleich auch sein Schlafplatz für die Nacht ist. Am härtesten sei die Strecke von New Orleans nach Arkansas gewesen, sagt Wigge zurückblickend, allerdings nicht nur wegen der großen Entfernung: „Louisiana war mein Staat Nummer 25, also die Halbzeit, und deshalb hab ich in New Orleans lange und feuchtfröhlich gefeiert. Am nächsten Tag musste ich dann 850 Kilometer nach Arkansas fahren, bei schwülwarmen 35 Grad, und das mit einem Kater. Das war wirklich hart.“ 

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3 Staaten an einem Tag

An anderen Tagen hakt er dafür gleich mehrere Bundesstaaten auf einen Schlag ab: „Ich habe zweimal ein Triple gemacht, also drei Staaten an einem Tag.“ Gelungen ist ihm das zum Beispiel in Neuengland im Nordosten der USA, wo er in kurzer Zeit von Vermont nach Massachusetts und Rhode Island fährt – inklusive einer Challenge in jedem Staat. Seine Aufgabe in Rhode Island, dem mit knapp 4000 Quadratkilometer kleinsten Staat der USA: ihn in nur 60 Minuten durchqueren. „Ich musste durch diesen Bundesstaat rasen, trotz strenger amerikanischer Geschwindigkeitsbegrenzungen, und hab's dann so ungefähr in einer Stunde geschafft, zwei bis drei Minuten war ich vielleicht drüber.“

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Prügelnde Drogendealer und ein bär

Unterwegs ergeben sich manchmal auch Situationen, die nicht ganz ungefährlich sind. In New Orleans etwa übernachtet er mit seinem Van auf einem Parkplatz im französischen Viertel. „Da haben nachts neben dem Van irgendwelche Drogendeals stattgefunden. Die wussten natürlich nicht, dass ich da drin schlafe, ich hatte zum Glück getönte Scheiben. Da haben sich dann welche nachts direkt neben mir um 20 Dollar geprügelt, das war schon krass.“

Der Van ist während der 50 Tage gleichzeitig Wigges Zuhause

Foto: Michael Wigge

Ein wenig brenzlig wird es auch im Yellowstone-Nationalpark in Wyoming, wo plötzlich ein Schwarzbär vor dem Van auftaucht und Wigge den Weg versperrt. „Da dachte ich mir, okay: Jetzt sollte ich definitiv nicht aussteigen, das würde der Bär jetzt wahrscheinlich nicht so lustig finden.“ Wigge harrt aus, und der Bär verschwindet zum Glück irgendwann von alleine.

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Mit Frau Schmidt und Frau Schulz in Bismarck

Im Bundesstaat North Dakota, dessen Hauptstadt Bismarck heißt, will Michael Wigge herausfinden, ob hier wirklich 50 Prozent der Bürger deutsche Vorfahren haben. Seine Aufgabe: Testen, ob von zehn Leuten fünf deutsche Wurzeln und einen deutschen Nachnamen haben. „Und das stimmte tatsächlich“, sagt Wigge. „Das war schon ganz sympathisch, sich in Bismarck mit Frau Schmidt und Frau Schulz zu unterhalten, die dann erzählen, wie der Opa auf einem Schiff in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts von Deutschland rübergekommen ist.“ Auch deutsche Küchenklassiker wie zum Beispiel Reibekuchen bekommt man in North Dakota noch, und viele sprechen zumindest ein paar Brocken Deutsch.

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Unter 3000 Trump-Anhängern

Auf einem Flughafen in Sacramento, der Hauptstadt von Kalifornien, erwartet Michael Wigge DIE Challenge aller Challenges: Er muss versuchen, Donald Trump zu berühren. Dafür besucht er eine Trump Rally, wie die Wahlkampfveranstaltungen in den USA auch genannt werden, und mischt sich unter geschätzte 3000 Anhänger des Präsidentschaftskandidaten. „Als Trump mit seiner Boeing eingeflogen ist, waren die Menschen völlig ekstatisch, sind sich in die Arme gefallen, so, als sei der Messias jetzt da“, erinnert sich Wigge. „Nach der Rede musste ich dann unbedingt nach vorne in die erste Reihe, um ihn zu berühren. Trump hat den Leuten vorne die Hände geschüttelt, und da war natürlich ein unglaubliches Gedränge, weil jeder ihm einmal die Hand geben wollte. Da wurde es ziemlich hart, da wurden auch Ellbogen eingesetzt.“

Besonders ungemütlich wird es für Wigge, als Leute an seinem Akzent bemerken, dass er kein US-Amerikaner, sondern Deutscher ist. „Da gab es ein paar dumme Sprüche, und ein paar Leute haben sogar in die Menge gerufen ‘Das ist kein Amerikaner!‘“ Auch als „Demokrat“ wird Wigge beschimpft, woraufhin er versucht, den Trump-Anhängern zu erklären, dass er als Deutscher ja gar nicht in den USA wählen dürfe. „Das hat nichts geholfen, und ich habe einige Ellbogenhiebe abbekommen. Leider konnte ich Trump dann auch nicht berühren. Bis auf drei Meter bin ich an ihn rangekommen, aber sein Sicherheitsdienst stand dann vor mir und sagte, dass hier Ende ist.“

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Mit Hillarys Freundin am Küchentisch

Auch der Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton stattet Wigge einen Besuch ab. Hier lautet die Challenge allerdings nicht, ihr besonders nah zu kommen, sondern eine alte Freundin von ihr zu finden. Der Fundraising-Auftritt in Chicago, den Wigge besucht, findet nämlich im Stadtteil Park Ridge statt, wo Clinton aufgewachsen ist. „Ich sollte jemanden finden, der wirklich weiß, wie sie ist. Nach langer Suche habe ich dann eine Frau getroffen, die mit Hillary früher in der Methodistenkirche war.“ 

Die alte Freundin lädt Wigge sogar mit zu sich nach Hause ein, zeigt ihm alte Fotos mit Hillary. „Diese Frau hat mir auch erzählt, dass Hillary Clinton aus einer republikanischen Familie stammt, der Vater war ein relativ bekannter Republikaner, und sie selbst war bis zum College auch Republikanerin. Erst später ist sie demokratisch geworden.“ 

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Was Wigge noch erlebte

50 schräge Challenges hat Wigge am Ende seiner Reise absolviert, musste unter anderem in New Orleans Trompete lernen, im Grand Canyon 1500 Höhenmeter abwärts innerhalb von 60 Minuten bewältigen, in Colorado ein Kilo abnehmen und im Örtchen Left Hand in West Virginia einen Linkshänder finden, der mit der rechten Hand alle ehemaligen rechtshändigen US-Präsidenten aufschreibt. Ob ihm all das gelungen ist, erfährt man im Buch „Fifty States of Wigge“, erschienen im Conbook-Verlag, sowie in den Video-Clips auf Wigges Blog. Der WDR zeigt zudem am 19. und 26. September in der Reihe „Hier und Heute weltweit“ Wigges Begegnungen mit den beiden Präsidentschaftskandidaten.

Das Buch „Fifty States of Wigge“ ist in Kooperation mit dem WDR entstanden

Foto: Conbook Verlag

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