Die Ewige Stadt bei Nacht erkunden

Night-Seeing! Die besten Tipps für Roms dunkle Seite

Wer Rom liebt, aber sich die Stadt nicht mit unzähligen anderen Besuchern teilen möchte, der sollte es statt mit Sightseeing mal mit Night-Seeing versuchen. Nachts, wenn die Straßen menschenleer sind, liegt eine geradezu magische Stimmung in der Luft. TRAVELBOOK hat die besten Tipps für eine Nacht in der Ewigen Stadt.

Von Robin Hartmann

Ein Städte-Trip nach Rom ist ja an sich schon etwas Besonderes: Von wohl kaum einer anderen europäischen Stadt geht eine solche Faszination aus, kaum eine andere Metropole bietet so viele atemberaubende Sehenswürdigkeiten – und keine andere hat eine derart beeindruckende Geschichte. Umso überraschender scheint es da, dass die Ewige Stadt auch eine dunkle Seite hat, die kaum jemand zu kennen scheint.

Dunkel ist in diesem Fall wörtlich zu nehmen, denn wenn der Abend in Rom anbricht, dann verschwindet auch ein Großteil der tagsüber munter umherschwärmenden und lärmenden Touristen in ihren Hotels. Eine geradezu magische Ruhe senkt sich dann über die Straßen, die Hektik und Geschwindigkeit eines weiteren überfüllten Tages weichen der Gelassenheit und dem ganz eigenen Rhythmus der Nacht. Warum also nicht einmal Night-Seeing statt Sightseeing?

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Die Fontana di Trevi ist eines der berühmtesten Wahrzeichen Roms. Jeden Tag werfen Touristen unzählige Münzen hinein.

Foto: Luiza Skrzypczynska

Starten Sie die Nacht an der Piazza del Popolo

Ein möglicher nächtlicher Spaziergang beginnt an der Piazza del Popolo, über dessen steinernes Tor, die Porta del Popolo, schon seit der Antike Besucher die Stadt betreten. Der Obelisco Flaminio, ein riesiger ägyptischer Obelisk aus Stein, scheint über den Platz zu wachen, und erhebt sich in dessen Mitte in den Nachthimmel. Die Via del Corso, eine berühmte Shopping-Straße, tagsüber verstopft mit Menschen, liegt nun fast vollkommen verlassen da – und weist den Weg für die weitere Besichtigungstour.

Schnurgerade schneidet die Straße eine kilometerlange Schneise durch die Stadt, an deren Rändern weltberühmte Monumente wie der Trevi-Brunnen, das Pantheon und die Piazza Navona liegen. Vieles, was einem tagsüber verborgen bleibt, kann man nun in der Dunkelheit entdecken, wenn die in dem unvergleichlichen Licht beleuchteten Straßen und Gassen ihre Geheimnisse preisgeben. Wer tagsüber nur von Ort zu Ort eilt, der hat oft kein Auge dafür.

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Das Pantheon war der Ort, den die alten Römer ihren antiken Göttern widmeten. Auch heute noch ist der Tempel eine absolute Kultstätte, wenn auch „nur“ für Touristen.

Foto: Luiza Skrzypczynska

Der Trevi-Brunnen bei Nacht – ein hypnotischer Ort

Bizarre steinerne Figuren, Gesichter und Fratzen starren einen auf einmal von Türen, Wänden und Balkonen an, fast jedes Haus ist mit ihnen verziert, man muss sie nur wahrnehmen. Brunnen erstrahlen in einem mythischen Licht, als ob ihr Wasser aus einer geisterhaften Zwischenwelt emporsteigen würde. Und all die Monumente, die schon bei Sonnenlicht atemberaubend sind, gehören nun scheinbar nur Ihnen alleine – wer könnte sich einer solchen Magie entziehen?

Die Fontana di Trevi bietet einen Anblick, der einem schon tagsüber zumindest beim ersten Mal die Sprache verschlägt – wohl kaum ein anderer Brunnen weltweit kann es an Schönheit mit ihm aufnehmen. Seit 1735 verzaubert dieses Monument Besucher aus aller Welt so sehr, dass er permanent von der Polizei bewacht werden muss – zu groß ist für einige wohl die Versuchung, es Marcello Mastroianni und Anita Ekberg aus dem Film „La Dolce Vita“ nachzutun und darin zu baden.

Nachts aber sind die Massen an Besuchern fast vollständig verschwunden und man kann den Trevi-Brunnen in aller Ruhe bestaunen und sich vom Rauschen des Wassers hypnotisieren lassen. Wer mag, folgt der Legende und wirft, mit dem Rücken zum Brunnen, eine Münze hinein, was als sicheres Zeichen dafür gilt, dass man nach Rom zurückkehren wird – wohl auch deshalb werfen Besucher angeblich täglich Geld im Gegenwert von etwa 3000 Euro in den Brunnen. Achtung: Alles, was im Trevi-Brunnen landet, gehört automatisch der Stadt – jeder Versuch, dort etwas herauszufischen, ist strafbar.

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Auf der Piazza Navona fanden einst Wagenrennen statt – doch schon lange hetzen keine Pferde mehr über den ovalen Platz. Dafür umso mehr Besucher.

Foto: Luiza Skrzypczynska

Der magische Anblick des Pantheon bei Nacht

Noch ruhiger geht es am Pantheon zu, diesem den antiken römischen Göttern gewidmeten Bauwerk, das nunmehr schon seit fast 2000 Jahren eines der Wahrzeichen der Stadt ist. In seiner riesigen Kuppel, die lange die größte der Welt war, befindet sich ein großes kreisrundes Loch, durch das bei entsprechendem Wetter die Sonne in das Gebäude scheint, was eine einmalige Atmosphäre kreiert.

Nachts liegt dieser Koloss von einem Tempel alleine auf der Piazza della Rotonda und beeindruckt durch seine schiere Größe. Setzen Sie sich doch einmal in einen der vielen Stühle, die die Straßencafés auch nach Ladenschluss einfach draußen stehen lassen, und lassen Sie diesen magischen Anblick auf sich wirken. Hier stört nichts die fast schon andächtige Stille, bis vielleicht auf ein paar Fahrzeuge der Stadtreinigung, die Rom überall schon wieder für den nächsten Tag herausputzen.

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Besuch der „Schreibmaschine“

Weiter geht es zur Piazza Navona, einem lang gezogenen ovalen Platz, der früher als Turnierstätte unter anderem für Wagenrennen diente. Majestätisch thront die gewaltige Kirche Nostra Signora del Sacre Cuore über der Piazza, und in ihrer Mitte wartet mit der Fontana dei Quattro Fiumi ein weiteres Meisterwerk und Symbol der Ewigen Stadt. Die vier steinernen Figuren in dem Brunnen stehen sinnbildlich für die vier Flüsse: Donau, Ganges, Nil und Río de la Plata. Daher auch der deutsche Name Vierströmebrunnen.

Unser Spaziergang führt uns nun zum Altare della Patria, der unter anderem an die Gründung des italienischen Staates im 19. Jahrhundert erinnert. Das auch nach dem gleichnamigen König als Monumento a Vittorio Emanuele II bekannte Gebäude ist in seinen Ausmaßen so absolut gigantisch, dass seine Fertigstellung über 40 Jahre in Anspruch nahm – die Einheimischen bezeichnen das Monument übrigens liebevoll wahlweise als „Schreibmaschine“ oder „Hochzeitskuchen“.

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Sonnenaufgang über dem Forum Romanum. Ein wahrhaft majestätischer Moment, wenn eine derart riesige Stadt langsam aus ihrem Schlaf aufwacht.

Foto: Luiza Skrzypczynska

Sonnenaufgang am Forum Romanum

Während nun langsam die Nacht zu Ende geht und das Schwarz am Himmel zu einem dunklen Blau wechselt, kommen wir an der Piazza del Campidoglio an, der Endstation unserer Erkundungstour. Mit den Kapitolinischen Museen stehen hier zwei der ältesten Museumsgebäude der Welt, in denen seit dem späten 15.Jahrhundert atemberaubende Kunst zu bestaunen ist; besonders die Decken- und Wandgemälde sowie Fresken sind einmalig schön. In der Mitte des Platzes thront als Statue ein Reiterstandbild des Kaisers Marc Aurel, der auch auf dem italienischen 50-Cent-Stück abgebildet ist. Diese ist aber nur eine Replika, das Original steht im benachbarten Museum.

Wer lange genug durchgehalten hat, wird nun mit einem einmaligen Ausblick belohnt: dem Sonnenaufgang über dem Forum Romanum, dieser wohl weltweit einzigartigen Ausgrabungsstätte mitten im Herzen Roms. Langsam weichen die Schatten an den Wänden, Säulen und Mauern dem Licht und der Wärme eines neues Tages, und das noch lange, bevor die Touristenmassen wach werden und wieder einmal die Ewige Stadt überfallen. Dieser Moment gehört nur Ihnen.

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