Feuerzeug, Messer, Rasierer

Krass, was man alles im Handgepäck mitnehmen darf!

Wer mit einem Handgepäckstück ins Flugzeug will, muss neben Größe und Gewicht des Koffers auch die Sicherheitsbestimmungen beachten. Zwar haben viele Passagiere einige Regeln bereits verinnerlicht, doch es gibt durchaus auch Gegenstände, bei denen man nicht unbedingt vermuten würde, dass sie tatsächlich mit in die Kabine dürfen. Welche das sind.

Schon vor dem 11. September 2001 gab es strenge Regeln, was im Handgepäck im Flugzeug mitgeführt werden darf – und was nicht. Danach wurden die Sicherheitsvorkehrungen zum Teil noch verschärft. Als britische Behörden im August 2006 gerade noch einen Anschlag auf ein Flugzeug verhindern konnten, bei denen flüssiger Sprengstoff in Getränkeflaschen während des Flugs zur Explosion gebracht werden sollte, wurde auch die Mitnahme von Flüssigkeiten auf eine Maximalgröße von 100 Millilitern beschränkt.

Trotz langer Listen, die an jedem Flughafen aushängen und darauf hinweisen, was im Handgepäck erlaubt ist, und was nicht, gibt es tatsächlich einige Gegenstände, die viele als Gefahrenquelle einschätzen würden und die dennoch mitgeführt werden dürfen. Dazu gehören zum Beispiel auch Einwegrasierer, kleine Messer mit einer Klingenlänge von maximal sechs Zentimetern, Nagelscheren, Feuerzeug und Streichhölzer oder sogar batteriebetriebene Geräte wie etwa bestimmte Unterwasserlampen, die eine so starke Wärme erzeugen können, dass sie einen Brand verursachen könnten.

Es ist also zum Teil verständlich, wenn einige Passagiere, denen beim Sicherheitscheck aufgrund der Bestimmungen ein normales Wasser abgenommen wird, darauf mit  Kopfschütteln reagieren.

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Es gibt Ausnahmen

In der Tabelle „8-1“ mit dem Titel „Bestimmungen bezüglich gefährlicher Güter, die von Passagieren oder Besatzungsmitglieder mitgeführt werden“ der Internationalen Zivilluftfahrtorganisation, kurz ICAO, werden einige Gefahrgüter gelistet. Doch wie kann es sein, dass sie überhaupt in die Kabine dürfen?

TRAVELBOOK hat beim Luftfahrt-Bundesamt (LBA) nachgefragt, dort heißt es: „Grundsätzlich ist die Mitnahme von gefährlichen Gütern Passagieren und Besatzungsmitgliedern untersagt.“ Allerdings gibt es bei bestimmten Mengen und Mitnahmebedingungen „abhängig von einer Risikobewertung des ICAO Panels“ auch Ausnahmen, und genau die werden in der Tabelle definiert.

So dürfen die oben beschriebenen batteriebetriebenen Geräte nur dann befördert werden, wenn das „hitzeerzeugende Bauteil und die Energiequelle“ voneinander getrennt befördert werden und die „Sicherung der Energiequelle erfüllt werden“, so das LBA.

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„Im“ Handgepäck, „als“ Handgepäck

Beim Blick auf die Tabelle fällt außerdem auf, dass es dort zwei Rubriken gibt: „Erlaubt im oder als Handgepäck“ und „Erlaubt, wenn am eigenen Körper mitgeführt“. Worin besteht der Unterschied? Schließlich haben doch beide Varianten zur Folge, dass die Gegenstände in der Kabine des Flugzeugs landen. So ist beispielsweise festgelegt, dass maximal ein kleines Päckchen Streichhölzer am Körper mitgeführt werden darf, nicht aber im Handgepäck. Das gleiche gilt für ein kleines Gasfeuerzeug.

Dazu eine Sprecherin vom Luftfahrt-Bundesamt: „Bei der Beförderung im Handgepäck oder aufgegebenem Gepäck besteht ein Risiko der Selbstentzündung, die erst nach Entzündung des Handgepäcks erkannt werden würde. Einfach ausgedrückt, in der Hosentasche ist das
Streichholzpäckchen unter direkter Kontrolle des Passagiers.“ Erlaubt ist es aber trotzdem.

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Wer bestimmt, was mitdarf?

Doch wer bestimmt eigentlich, was ins Handgepäck darf und was nicht? Grundsätzlich handelt es sich dabei um EU-Vorgaben, wobei die Gegenstände der aktuellen Gefahrenlage angepasst werden, wie es auf Nachfrage von TRAVELBOOK bei der Bundespolizei heißt. Bedeutet also auch, dass diese im Bedarfsfall verändert werden können.

„Die Einstufung als verbotener Gegenstand ist zudem Abwägungsergebnis, um Gefahren für die Luftsicherheit wirksam zu begegnen – ohne jedoch die Belange der Betroffenen, insbesondere der Fluggäste, unbeachtet zu lassen“, sagt Christian Altenhofen, Pressesprecher der Bundespolizei, zu TRAVELBOOK.

„Auf Grundlage dieser Bestimmungen“, so Altenhofen weiter, „entscheidet das Kontrollpersonal, ob die Mitnahme eines Gegenstands im bzw. als Handgepäck erlaubt bzw. verboten ist.“ Allerdings weist die Bundespolizei auch darauf hin, dass die Rechtslage in nicht EU-Staaten abweichen kann und empfiehlt, sich vor dem Flug über die jeweiligen Bestimmungen des Landes zu informieren.

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Messer – ja oder nein?

Befragt man Suchmaschinen, ob man nun ein kleines Messer mit ins Handgepäck nehmen darf oder nicht, landet man automatisch in Foren, in denen zwar viel diskutiert und über persönliche Erfahrungen berichtet wird, aber die Antworten doch recht widersprüchlich sind.

Auf Nachfrage bei der Bundespolizei heißt es dort, dass es diesbezüglich eindeutige Regeln gebe: „Messer mit einer Klingenlänge über 6 Zentimeter sowie Scheren mit einer Klingenlänge über 6 Zentimeter, ab dem Scharnier gemessen, stellen gemäß Anlage 4-C der VO (EU) 2015/1998 verbotene Gegenstände im Handgepäck dar.“ Heißt aber auch, alles was unter die maximale Klingenlänge fällt, darf mitgenommen werden. 

Im Zweifel sollte man sich aber immer vor Abflug bei Flughäfen und Airlines über die Sicherheitsbestimmungen informieren. Insbesondere bei Flügen in die USA herrschen noch strengere Regelungen – ein Messer, egal welcher Größe, ist dort an Bord grundsätzlich nicht erlaubt.

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