Canyons, Felsnadeln, Wüste

Die Four Corners in den USA sind ein echter Geheimtipp

Das Reich der untergegangenen Anasazi-Kultur in der Gegend der Four Corners lockt USA-Reisende, die mehr als Monument Valley und Arches Nationapark sehen wollen. Jared Barrett nimmt Touristen mit in eine Landschaft, die immer noch voller Geheimnisse ist.

Ein wenig verrückt ist er schon, dieser Jared Barrett. Wer sonst würde sonst seinen hoch dotierten Lehrjob an der Universität von Salt Lake an den Nagel hängen, um in die Wüste auszuwandern? Vielleicht ein Eremit, aber Jared ist alles andere das.

Er liebt sein Leben, seine Frau und die Kinder. Wenn er sich tatsächlich mal allein in die Wüste zurückzieht, dann nur, um Neues zu entdecken, das er mit anderen teilen kann. „Urlauber, die in Utah, Arizona, Colorado oder New Mexico unterwegs sind, halten nur selten dort an, wo die vier Bundesstaaten aufeinandertreffen“, sagt Jared. „Die meisten fahren die Strecke zwischen der Wildwestkulisse des Monument Valleys und den rotbraunen Natursteinbrücken des Arches Nationalparks durch und verpassen dabei eine Menge.“

Abenteurer Jared Berrett (links) teilt seine Passion für die Schönheit der Four Corners gern mit anderen.

Foto: Michael Juhran

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Während seiner Zeit an der Uni hat sich Jared mit der Gegend der Four Corners beschäftigt, die vom 8. bis zum 13. Jahrhundert wahrscheinlich zu den am dichtesten besiedelten Regionen Nordamerikas gehörte. „Bis zu einer halben Million Anasazi lebten damals in den weit verzweigten Canyons der Four Corners.“

Noch vor Eintreffen der Spanier mussten die Anasazi wahrscheinlich wegen einer langanhaltenden Dürre die Region verlassen. Zurück blieben architekturhistorisch bemerkenswerte Ruinen, die meist in Form von Felsunterkünften mit Lehmsteinen in Felsnischen und unter Felsüberhänge eingepasst wurden. Während die Wohnkomplexe im Chaco Canyon oder im Mesa Verde Nationalpark längst zu Besuchermagneten avanciert sind, hat man erst wenige Bauten in den Four Corners aus ihrem Dornröschenschlaf geweckt.

Wanderung im Needles District des Canyonlands Nationalpark

Foto: Michael Juhran

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Frühmorgens geht es mit Jeeps in den Needles-District des Canyonlands Nationalparks. Einen ersten Stopp legt der Wagen am Newspaper Rock im San Juan County, etwa 50 Kilometer nordwestlich von Monticello, ein. „Schon vor etwa 2000 Jahren gravierten unterschiedlichste indianische Stämme die ersten Buffalos, Antilopen und Menschenbilder in diesen Stein“, erklärt Jared und deutet auf eine riesige Platte mit über 650 Petroglyphen. Die hohe Anzahl von Abbildungen deutet darauf hin, dass es hier einmal von Menschen und Tieren gewimmelt haben muss.

Auf dem Newspaper Rock sind rund 650 Petroglyphen eingeritzt – sie zeigen Menschen und verschiedene Tierarten.

Foto: Michael Juhran

Auf kurzen Wanderungen eröffnen sich Blicke auf den Zusammenfluss des Green Rivers mit dem Colorado, immer wieder passiert man einstige Wohngebäude und Kornkammern der Anasazi.

Noch spektakulärer sind die Wanderungen südlich des Canyonlands Nationalparks am nächsten Tag. Jared führt zu Ruinen, die weitab von heutiger Zivilisation liegen. Keine Menschenseele ist weit und breit zu sehen. Für diese Lage könnten Immobilienmakler Höchstpreise verlangen. Allerdings gibt es ein Problem mit der Wasserversorgung: Ausgetrocknete Flussbetten deuten darauf hin, dass es hier früher Bäche und Flüsse gegeben haben muss. „Die gibt es noch heute an manchen Stellen“, sagt Jared. „Wir sehen sie nur nicht.“

Manchmal sind tief in den Felsspalten Wasserreservoires versteckt. Hier zu Klettern ist ein Abenteuer.

Foto: Michael Juhran

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