Schwimmbad Molitor in Paris

So sexy sieht der Geburtsort des Bikinis heute aus

1946 wurde im Molitor in Paris der erste Bikini der Modewelt vorgestellt. Das Art-Déco-Bad schloss 1989 und wurde seinem Schicksal überlassen. Verfallen und mit Graffitis beschmiert erinnerte fast nichts mehr an den Glanz von früher. Mittlerweile ist das 1929 von Johnny Weismüller („Tarzan“) eingeweihte Bad wieder offen.

1946 präsentierte die Revuetänzerin Micheline Bernardini im Schwimmbad Molitor in Paris den ersten Bikini der Welt. Eine Revolution in der Modewelt! Denn bis dahin hatten die Frauen zum Schwimmen züchtige Badeanzüge getragen. Kein Wunder, dass sich zunächst kein Model fand, das bereit war, den provokanten Zweiteiler vorzuführen. Micheline Bernardini, die als Nackttänzerin im Casino Paris arbeitete, hatte mit dem knappen Stück Stoff zum Glück kein Problem – und wurde als erstes Bikini-Model berühmt.

Erfunden hat den Bikini der Franzose Louis Réard. Der gelernte Maschinenbauer hatte mit Bademoden eigentlich nichts am Hut, bis er die Unterwäsche-Boutique seiner Mutter übernahm. Seitdem beschäftigte ihn die Frage, wie sich Frauen am Strand am besten kleiden könnten. Schließlich entwarf er das typische Triangel-Oberteil mit dem dazu passenden Höschen.

Der Name für die freizügige Neuschöpfung stammt übrigens vom Bikini-Atoll, einer kleinen Insel im Pazifischen Ozean. Dort führten die USA damals die ersten Atomwaffentests durch. Réard ließ sich von den Schlagzeilen inspirieren und gab dem Zweiteiler den Namen Bikini. Und tatsächlich schlug das neue Kleidungsstück in der damals noch sehr prüden Gesellschaft ein wie eine Bombe.

Vom Art-Déco-Bad zur Graffiti-Höhle

Die „Piscine Molitor“ im Pariser Stadtteil Auteuil erwies sich als passender Ort für die Bikini-Premiere. Das Schwimmbad im Art-Déco-Stil, das vom Architekten Lucien Pollet entworfen wurde, galt damals als eines der schönsten Schwimmbäder von Paris. Mit seinem imposanten Glasdach, den drei Stockwerken und den luftigen Säulen war es eine echte Attraktion. Die bunten Glasfenster im Innenraum stammten aus dem Atelier des französischen Künstlers Louis Barillet. Die Schwimmbahn im Winterbecken maß 30 Meter, die im Sommerbecken 50. Eröffnet wurde das Pracht-Bad 1929 übrigens von keinem geringeren als „Tarzan“-Darsteller und Profi-Schwimmer Johnny Weissmüller.

Jahrelang traf sich in dem geschlossenen Bad die Street-Art-Szene der Stadt – und hinterließ ihre Spuren

Foto: getty

Seine Glanzzeit erlebte das Bad in den 1930er- und 1940er-Jahren. In den darauffolgenden Jahrzehnten verlor es jedoch an Anziehungskraft. Auch neue Attraktionen wie ein Restaurant, ein Café und die Schlittschuhbahn, in die das Außenbecken im Winter umgewandelt wurde, konnten die Besucher nicht langfristig anlocken. 1989 wurde das Schwimmbad geschlossen und war nun völlig dem Verfall preisgegeben. Das einst so prächtige Art-Déco-Bad rottete vor sich hin und wurde zum Treffpunkt der Pariser Street-Art-Szene, das es mit zahlreichen Graffitis besprühte und das Innenbecken für Parties nutzte.

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Glanzvolle Wiedereröffnung 

In den vergangenen Jahren bemühte sich eine Bürgerinitiative darum, das Bad vor dem Verfall zu bewahren. Gerettet wurde es jedoch durch eine große Hotelkette, die 2008 mit der umfangreichen Renovierung begann. Jetzt sieht der Geburtsort des Bikinis wieder so sexy aus, wie es sich für einen derart legendären Platz gehört: Im Frühjahr 2014 wurde die „Piscine Molitor“ nach fast sechs Jahren der Sanierungs- und Modernisierungsarbeiten wieder eröffnet.

Sowohl das Sommerbecken als auch das Winterbecken erstrahlen in neuem Glanz. Die Graffitis sind übermalt, hell und frisch leuchten die Wände. Auch die bunten Art-Déco-Fenster sind blank poliert. Neben dem Schwimmbad gehört nun auch ein Hotel mit Spa, Restaurant, Bar und Sporträumen zu der Anlage, das MGallery Molitor. Die Becken sind technisch auf dem neuesten Stand und freuen sich auf ihre exklusiven Gäste. Denn Zutritt hat nur, wer sich die Nacht im Nobelhotel leisten kann – oder einem Club beitritt, für dessen Mitgliedschaft 3300 Euro im Jahr fällig werden.

Nach der Sanierung erstrahlte das traditionelle Bad wieder in altem Glanz

Foto: getty

Das Mgallery Hotel Piscine Molitor verfügt über 124 Zimmer, ein Spa, ein Restaurant, eine Bar und Sporträume sowie das neu renovierte Schwimmbad mit Innen- und Außenbecken. Eine Nacht kostet ab 215 Euro pro Person.

In das Schwimmbad kommt man entweder als Hotelgast, oder man tritt dem exklusiven, auf 1000 Mitglieder begrenzten Club bei (Jahresgebühr von 3300 Euro). Günstiger kommen nur Schulkinder weg: Sie dürfen dreimal pro Woche zum Schwimmunterricht in die Becken der Piscine Molitor kommen.

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