Time-Slot-Regel vorübergehend ausgesetzt

„Geisterflüge“ wegen Coronavirus – EU ergreift Maßnahmen

In den letzten Tagen gab es zahlreiche Geisterflüge, weil die Passagiere fehlten
In den letzten Tagen und Wochen gab es zahlreiche „Geisterflüge“, weil die Passagiere ausblieben
Foto: Getty Images

Die Corona-Pandemie ist nicht nur eine gesundheitliche, sondern auch eine wirtschaftliche Gefahr. Besonders betroffen ist die Reise-Branche, darunter auch die Airlines. Aufgrund der drastisch gesunkenen Nachfrage an Flügen durch das Coronavirus sowie Sperrungen von Flugverbindungen haben diverse Airlines „Geisterflüge“ durchgeführt. TRAVELBOOK erklärt, was es damit auf sich hat und wie diese nun eingedämmt werden sollen.

Die rasante Ausbreitung des Coronavirus führt zu immer größeren Einschränkungen. Reisen ist aus vielen Gründen aktuell schwierig bis unmöglich. Dennoch starteten bislang immer noch viele Flugzeuge – teilweise komplett leer.

Grund dafür war eine Regel bezüglich der sogenannten Time-Slots der Fluggesellschaften an den Flughäfen. Time-Slots sind Zeitfenster, in denen die Flugzeuge einer Airline starten und landen dürfen.

Die Slots sind so begehrt, dass Airlines theoretisch auf zweifelhafte Methoden zurückgreifen und sich Slots erkaufen könnten, diese dann aber nicht nutzen, nur um der Konkurrenz zu schaden.

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Time-Slots müssen zu 80 Prozent ausgelastet sein

Deswegen gibt es normalerweise die Vorgabe, dass Airlines ihre Slots zu 80 Prozent auslasten müssen. Geschieht das nicht, verlieren sie den Slot. „Diese Regel gilt ganz generell an Flughäfen in Europa, die koordiniert sind, bei denen also Slots vergeben werden“, erklärt Flugexperte Heinrich Großbongardt TRAVELBOOK. Und genau diese Regel führte zu den „Geisterflügen“.

Deswegen gab es reichlich Kritik. So betonte etwa der Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft, die Regelung sei aktuell kontraproduktiv, da nun ein Riesenanteil der Slots zu verfallen drohe.

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Regelung wird vorübergehend ausgesetzt

Die Europäische Kommission hat mittlerweile der Aussetzung der Vorschriften zugestimmt, damit es in Zukunft keine „Geisterflüge“ mehr geben muss. Es handele sich aber nur um eine vorübergehende Maßnahme.

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Es ist nicht das erste Mal, dass die Slot-Regeln ausgesetzt werden. Zum Beispiel nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001, während der SARS-Epidemie und auch teilweise während der Finanzkrise 2008 gab es ähnliche Maßnahmen.

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