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Reisewarnung für Wien! Die Corona-Lage in Österreich

Wien
Für Wien gilt wegen der steigenden Infektionszahlen mit dem Coronavirus nun eine Reisewarnung
Foto: dpa Picture Alliance

Österreich galt zu Beginn der Pandemie als einer der Corona-Hotspots in Europa, nun steigen die Infektionszahlen wieder an. Die Hauptstadt Wien ist nun sogar zum Risikogebiet erklärt worden. Dabei ist die Stadthotellerie in Wien ohnehin schwer angeschlagen – mit einer Erholung von den Corona-Folgen wird erst in Jahren gerechnet. Alle Informationen zu aktuellen Zahlen, Prognosen und Einschränkungen für Urlauber:

Wegen der gestiegenen Zahl von Corona-Neuinfektionen hat die deutsche Bundesregierung die österreichische Hauptstadt Wien zum Risikogebiet erklärt und eine entsprechende Reisewarnung ausgesprochen.

Das bundeseigene Robert Koch-Institut (RKI) veröffentlichte am Mittwoch eine aktualisierte Liste der Corona-Risikogebiete, in der nun auch das Bundesland Wien als einziges Risikogebiet in Österreich aufgeführt wird. „Vor nicht notwendigen, touristischen Reisen in das Bundesland Wien wird aufgrund hoher Infektionszahlen derzeit gewarnt“, teilte darauf hin das Auswärtige Amt in Berlin mit.

Die neue Einschätzung aus Berlin ist ein heftiger Schlag für den für Wien wichtigen und ohnehin angeschlagenen Stadttourismus. Die deutsche Reisewarnung verschärfe die Situation für den Wiener Tourismus noch weiter, sagte Susanne Kraus-Winkler, die Vertreterin der Hotellerie in der österreichischen Wirtschaftskammer. „Viele Unternehmerinnen und Unternehmer sind einfach nur mehr verzweifelt und überlegen, ihre Betriebe wieder komplett zuzusperren“, sagte sie einer Mitteilung zufolge.

Tourismus wegen der Corona-Krise in Österreich stark angeschlagen

Als Folge der Corona-Krise hatte beispielsweise das Traditionshotel Sacher am Dienstag an seinen Standorten in Wien und Salzburg 140 Mitarbeitern gekündigt. Allein in Wien sind 105 Beschäftigte betroffen. „Dramatischer kann eine Situation nicht sein“, sagte Sacher-Chef Matthias Winkler. Der Umsatz bei Sacher werde 2020 bei nur 25 Prozent des Vorjahres (rund 100 Millionen Euro) liegen. Im nächsten Jahr würden es „vielleicht 30 bis 35 Prozent“, so Winkler. Er rechne damit, dass der internationale Tourismus vier bis Jahre brauchen werde, um sich wieder zu erholen.

Vor allem Feiern im Familien- oder Freundeskreis sind nach Ansicht von Österreichs Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) für die anhaltend hohe Zahl der Corona-Neuinfektionen in der gesamten Alpenrepublik verantwortlich. Das Land befinde sich in einer entscheidenden Phase, sagte Anschober am Mittwoch.

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Die aktuellen Corona-Zahlen in Österreich

Die Prognosen gingen deutlich auseinander. Die eher positive Variante sage ein tägliches Plus von etwa 650 Fällen voraus, pessimistischere Varianten gingen von 1500 täglichen Neuinfektionen aus. Am Mittwoch wurden 768 neue Fälle verzeichnet. Auch die Zahl der belegten Krankenhausbetten beginne spürbar zu steigen, sagte Anschober.

Mit dieser Entwicklung liegt Österreich deutlich über dem Trend in Deutschland. Unter Berücksichtigung der Zahl der Einwohner sind die Infektionszahlen in Österreich gut drei Mal höher. 3600 der derzeit rund 6600 aktiven Fälle in Österreich werden aus Wien gemeldet. Die Schweiz hatte die österreichische Hauptstadt daher bereits auf die Liste der Risikogebiete gesetzt.

Was bedeutet die Einstufung als Risikogebiet für Urlauber aus Deutschland?

Reiserückkehrer aus Risikogebieten müssen bei der Einreise in Deutschland einen negativen Corona-Test vorlegen oder sich direkt nach Ankunft nach Hause – oder an Ihren Zielort – begeben und zwei Wochen lang isolieren. Das Corona-Testergebnis darf höchstens 48 Stunden alt sein.

Außerdem müssen sich Rückkehrer aus Risikogebieten bei Ihrem zuständigen Gesundheitsamt melden, schreibt das Bundesministerium für Gesundheit auf seiner Webseite.

Hier gibt es noch mehr Informationen zur Rückkehr aus einem Risikogebiet.

Verschärfte Corona-Maßnahmen

Die österreichische Regierung hat angesichts steigender Infektionszahlen weitere Maßnahmen zur Bekämpfung der Coronavirus-Pandemie beschlossen. Ab Montag müssen private Feiern und Veranstaltungen in Innenräumen auf zehn Personen beschränkt werden, wie Bundeskanzler Sebastian Kurz am Donnerstag ankündigte. Er appellierte an die Bevölkerung, die sozialen Kontakte zu reduzieren. In Privatwohnungen gelte die Grenze von zehn Personen allerdings nur als Empfehlung, da dies rechtlich nicht umsetzbar wäre. Ausgenommen seien zudem Begräbnisse. Im Freien bleibe die derzeitige Regelung von 100 Personen und auch Veranstaltungen seien weiterhin möglich.

Wo herrscht in Österreich Maskenpflicht?

Des Weiteren darf in Restaurants und Lokalen nur noch im Sitzen konsumiert werden. Die Personenanzahl an den Tischen werde ebenfalls auf zehn reduziert. Zudem wurde das verpflichtende Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes auf Lokale, Kirchen und Märkte ausgeweitet. Ansonsten gilt die Maskenpflicht etwa in Supermärkten, Apotheken, Bank- und Post-Filialen, Taxis, Seil- und Zahnradbahnen, Reisebussen sowie im Inneren von Ausflugsschiffen und in allen öffentlichen Verkehrsmitteln. Die Gastronomie schließt spätestens um 1.00 Uhr.